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[Rezension] "Der Marsianer" - Andy Weir



Titel: Der Marsianer
Originaltitel: The Martian
Autor: Andy Weir
Verlag & KooperationHeyne 
Seitenzahl: 512
Reihe: -

Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes... via
Eine Robinsonade im Weltall. MacGyver und Science-Fiction. Das Überleben des einzigen Menschen auf dem Mars. Das klingt ja alles spannend, aber im Grunde nicht nach einem Buch, das mich ansprechen könnte. Und doch war ich neugierig. Das Buch schien nicht nur Fans des Genres zu gefallen, sondern die unterschiedlichsten Leute zu begeistern und ich wollte wissen, was dahintersteckt.
Zugegeben, ich war etwas skeptisch - die Skepsis verflog aber schon mit der ersten Seite. Das Buch beginnt nämlich mit den Worten: "Ich bin so was von im Arsch" und ziemlich in der Art und Weise könnt ihr euch den gesamten Schreibstil vorstellen. Er ist umgangssprachlich, lässig und sorgt dafür, dass man das Buch in einem Rutsch durchlesen könnte. Das wirkt umso besser, da der Großteil des Romans aus Logbucheinträgen vom Protagonisten Mark Watney besteht. Und dieser ist wirklich bemerkenswert. Ich habe ein paar Rezensionen gelesen, in denen kritisiert wurde, wie pragmatisch er mit seiner Situation umgeht und dass in seinen Einträgen kaum die Rede davon ist, ob ihn das Ganze überhaupt auch mal mitnimmt - aber mich hat das offen gesagt nicht gestört. Es wird hin und wieder angedeutet, dass es ihm grad nicht so gut geht und an manchen Tagen gibt es auch keine Einträge, aber insgesamt hält er eben hauptsächlich seine Gedanken bezüglich des Überlebens fest. Hier und da mit einer Prise pubertärem Humor, der aber, wenn er mal vorkam, so unerwartet aufgetaucht ist, dass ich tatsächlich nicht selten schmunzeln musste. Obwohl Watney eigentlich recht wenig von sich preisgibt, schließt man ihn ins Herz und fiebert bis zum Ende mit, weil man sich so sehr wünscht, dass er es schafft. Sein Charakter ist wie gesagt ziemlich pragmatisch, aber auch bodenständig und humorvoll dargestellt und passt einfach perfekt zur Handlung, es gibt nicht viele Arten von Menschen, die so eine Herausforderung so ehrgeizig annehmen würden, schätze ich. Die Herausforderungen sind übrigens, wie man sich denken kann, sehr wissenschaftlicher Art und somit gibt es viele, viele Beschreibungen von physikalischen, chemischen und biologischen Tatsachen und Abläufen. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich eine absolute Null in Naturwissenschaften bin und dafür noch nie ein Händchen oder auch Interesse hatte (dadurch kann ich übrigens auch nichts dazu sagen, ob seine Beschreibungen akkurat sind). Wie hat es das Buch also geschafft, dass ich trotzdem am Ball geblieben bin, ja nicht nur das, sondern dass ich es wirklich durchgehend spannend fand? Keine Ahnung. Ich schätze, es liegt wirklich an der Aufmachung mit den Logbucheinträgen. Irgendwie schafft es Weir durch seinen Protagonisten, dass man auch das, was man nicht wirklich versteht, mit Spannung liest. Und das ist wirklich eine beachtliche Leistung bei über 500 Seiten. Ich habe mich wirklich durchgehend unterhalten gefühlt und fand diesen Ausflug in ein anderes Genre sehr erfrischend. Viel mehr verrate ich jetzt aber nicht mehr!

"Logbuch: Sol 61 Wie kommt es, dass Aquaman Wale kontrollieren kann? Sie sind Säugetiere? Das ist doch Unsinn." (S. 96)

"Der Marsianer" von Andy Weir gehört vom Genre her nicht zu den Büchern, die ich eigentlich lese und mitunter hat es mich auch sicher deshalb so begeistert. Es war erfrischend, es war spannend und durch den Aufbau mit Logbucheinträgen sehr unterhaltsam. Ich habe nicht erwartet, dass es mir so gut gefallen würde und obwohl ich es für kein Meisterwerk halte, ist es doch ein ziemlich beeindruckendes Buch, das ich gern gelesen habe. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und empfehle es jedem, den der Plot auch nur ein bisschen interessiert!

Kommentare

  1. Das scheint ja eines DER Bücher des Jahres 2015 zu sein, wie oft ich es schon allein bei Instagram gesehen habe! Definitiv ganz oben auf meiner WL. :)

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    1. Das wäre bestimmt mal erfrischend zwischen den ganzen Klassikern :)

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  2. Ohh, das Buch habe ich auch gerade gelesen und es hat mir auch wirklich gut gefallen!
    Und das Zitat ist der Hammer. Ich musste so lachen :D

    Liebe Grüße :)

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    1. Jaaa, es gab noch so vieles, was mich zum Lachen gebracht hat, aber ich wollte nichts zitieren, was irgendwas vom Verlauf verraten könnte :D Wirklich tolles Buch!

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  3. Das klingt großartig! Wieder ein Buch für die Einkaufsliste :-)

    Liebe Grüße
    Katrin

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    1. Es ist mal was ganz anderes, ich kann es wirklich empfehlen! :)

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