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[Rezension] "Verrat der Engel" - Carolyn Lucas



Titel: Verrat der Engel
Autor & Kooperation: Carolyn Lucas (Christiane Lind)
Verlag: Createspace
Seitenzahl: 316
Preis: 8,99€ / ebook: 2,99€
Reihe: 2/2




Eine Frau, die jede Nacht nur einen Traum träumt. Ein Mann, der sich nur an einen Namen erinnert. Eine Liebe, die gegen einen mächtigen Zauber ankämpft. Durch Rafaels Opfer ist die 25jährige Sarah von dem Fluch des Orakels befreit. Allerdings hat sie auch alle Erinnerungen an ihre große Liebe verloren. Gemeinsam mit ihrer Freundin Fabienne wagt Sarah einen Neuanfang in Kalifornien. Ein Leben ohne Magie und Himmelskinder. Doch Semjasa, der oberste Engel, schickt Urakib, der Sarahs Liebe gewinnen soll. Damit wäre sie für Rafael für immer verloren. Auch die weiblichen Engel mischen sich ein – sie wollen Rafael helfen, sich zu erinnern und Sarahs Liebe erneut zu gewinnen. Ein Wettlauf beginnt – gegen die Zeit und gegen verborgene Interessen, die sich den Liebenden in den Weg stellen. Wird es Sarah und Rafael gelingen, ihre Gefühle füreinander wieder zu finden oder bleiben sie für immer getrennt, vereint nur in der Sehnsucht nach dem, was sie verloren haben? Verrat der Engel – eine Geschichte über die wahre Liebe, die sich dem Vergessen entzieht. via


Nachdem ich den ersten Band trotz der Schwächen gerne gelesen hatte, wollte ich dem zweiten Teil der Dilogie die Chance geben, mich nochmal zu begeistern. Leider hat das nicht so ganz funktioniert. Das hat einige Gründe und einer davon ist wohl, dass sich selbst bei mir der Geschmack verändert, auch innerhalb eines halben Jahres. Vielleicht bin ich einfach nicht das richtige Publikum, aber es gab auch andere Gründe, weshalb ich diesen Band als schwächer empfunden habe.
Im ersten Band hatte ich schon kritisiert, dass zu schnell die Rede ist von wahrer Liebe. In diesem Teil ist es ja nicht so, dass sich die Hauptprotagonisten besser kennenlernen - im Gegenteil, sie erinnern sich nicht mehr aneinander. Aber es gibt Personen, die sie zueinanderführen wollen, weil wahre Liebende sich und ihre Liebe wiedererkennen würden. Vielleicht bin ich zu unromantisch veranlagt, aber ich fand das zu extrem. Die beiden kannten sich kaum, bevor sie sich vergaßen. Außerdem fand ich den Ausgang vorhersehbar. Es war von Anfang an klar, auf was es hinauslaufen würde, weshalb auch der Spannungsfaktor nicht vorhanden war. 
Hatten mir im ersten Teil noch die Konstruktionen mit den Nephilim und den Lilituhim total gut gefallen, so waren sie hier nur noch am Rande erwähnt und nicht mehr großartig von Bedeutung. Im Grunde geht es wirklich nur um Sarah und Rafael und darum, dass sie sich wiedersehen sollen. Der Aspekt des Engeldaseins war nur eine Nebensächlichkeit.
Die Charaktere selbst waren mir insgesamt gar nicht unsympathisch, aber irgendwie hab ich es nicht mehr geschafft, mit ihnen warm zu werden. Am meisten gefiel mir noch Rafael, Sarahs selbstmitleidiger Charakter hat mich hingegen wieder gestört. 

Was mir wahnsinnig leid tut, was ich aber auch erwähnen muss - Katzen. Ich weiß, wie sehr die Autorin Katzen liebt und ich habe ihre Katzenkurzgeschichten zu gerne gelesen. Aber gerade in diesem Buch wurde es mir langsam zu viel mit der Erwähnung. Alle paar Seiten von Stubentigern und Samtpfoten zu lesen wurde mir irgendwann zu viel. Vielleicht lag es auch daran, dass sich die Ausdrücke immer wieder wie eine Liste ablösen - klar gibt es nicht so viele Bezeichnungen für Katzen und immer "Katze" zu schreiben ist vielleicht auch nicht ideal. Aber mir hat das einfach zu sehr die Überhand übernommen und von der eigentlichen Geschichte abgelenkt. Bei aller Tierliebe, aber mir wirkte das fast zu gewollt. 
Der Schreibstil war dafür wieder sehr bildlich und flüssig, sodass sich das Buch sehr schnell lesen ließ.


Vielleicht war das Buch einfach nichts mehr für mich, aber auch objektiv gesehen waren leider einige Schwächen vorhanden. Der erste Band hatte Potential und gefiel mir, doch den zweiten habe ich nicht mehr so gerne gelesen. Mir gefiel nicht, dass es hauptsächlich darum geht, dass zwei Personen sich wieder aneinander erinnern. Außerdem, dass die Engel eine nur kleine Nebenrolle gespielt haben. Für mich war der Ausgang vorhersehbar und keine Spannung vorhanden. Für die schöne Grundidee, die ich im ersten Band besser umgesetzt fand, und den schönen Schreibstil gibt es dennoch von mir 2,5 von 5 Sternen

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