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[Rezension] "Vermächtnis der Engel" - Carolyn Lucas






Titel: Vermächtnis der Engel
Autor & Kooperation: Carolyn Lucas (Christiane Lind)
Verlag: Createspace
Seitenzahl: 314
Preis: 8,99€ / ebook: 2,99€
Reihe: 1/1?
Bildquelle

Würdest du deiner großen Liebe verzeihen, dass er ein Engel ist? Nichts fürchtet die 25jährige Buchhändlerin Sarah mehr als Veränderungen. Als sie dem charismatischen Rafael begegnet, ahnt sie, dass er ihr Leben in Aufruhr versetzen wird. Sarah verliebt sich, obwohl sie spürt, dass Rafael Geheimnisse vor ihr verbirgt. Je intensiver die Beziehung sich entwickelt, desto mehr unheimliche Vorfälle ereignen sich in Sarahs Umgebung. Erst der mysteriöse Asael eröffnet ihr die unglaubliche Wahrheit: Rafael und er sind Engelssöhne, gesandt, um Sarah zu verführen. Im Krieg der Engel ist ihr eine bedeutende Aufgabe zugedacht. Während Sarah an Rafael zweifelt, schmiedet er einen riskanten Plan, damit sie miteinander leben können. Doch Rafael ist nicht der Einzige mit einer verborgenen Agenda. Auch Asael verfolgt eigene Ziele, die Sarahs Tod zur Folge hätten. Um Sarah zu retten, ist Rafael gezwungen, eine furchtbare Entscheidung zu fällen. via


„Vermächtnis der Engel“ ist ein Buch, das ich einerseits lesen wollte, weil ich die Autorin kenne und ihrem Talent vertraue und andererseits, weil ich einen Ausflug in die „Engelsliteratur“ wagen wollte. Das Buch hat mir auch gut gefallen und hat mir Engels-Geschichten schmackhaft gemacht, trotzdem gab es kleinere Schwächen. 

Sarah mochte ich eigentlich gern als Protagonistin, aber sie war mir von Anfang an ein wenig zu selbstmitleidsvoll und zu unsicher – womit ich mich aber im Laufe des Buches arrangieren konnte, schließlich ist es ja nur authentisch. Damit hätte ich auch noch sehr gut leben können, wenn mich nicht eine wesentliche Sache gestört hätte: Die Rede von Liebe, obwohl man sich nur oberflächlich und erst seit kurzer Zeit kennt. Ich glaube zwar an Verknalltsein nach so kurzer Zeit, aber zwischen Sarah und Rafael war die Rede von einer großen Liebe und das ging mir dann doch ein wenig zu schnell. Tiefe Zuneigung – ja. Aber innige Liebe war für mich in dem Moment noch nicht nachvollziehbar. 
Rafael – und seine Brüder allgemein – fand ich als Charakter sehr interessant. Mir hat gefallen, dass er in seiner Bruderschaft als Bücherwurm und stille Person gilt. Auch die Engelstöchter haben mich sehr neugierig gemacht, ich hätte gerne mehr von ihnen gelesen. 

Das Buch liest sich unglaublich schnell und man fragt sich, wie sich der Konflikt zwischen den Engelssöhnen und Engelstöchtern entwickeln wird. Besonders spannend fand ich hierbei auch, dass im biblischen Buch Henoch tatsächlich die Rede von den Naphalim, den Engessöhnen, und den Lilithuhim, den Engelstöchtern, ist. Dieser mythologische Hintergrund hat das Setting nochmal untermalt und die Neugier in mir geweckt. 

Begleitet wurde das alles von dem wie gewohnt wunderbar bildlichen und fesselnden Schreibstil der Autorin, sodass die Seiten nur so dahinflogen. Leider muss ich dazu auch sagen, dass ich am Ende das Gefühl hatte, dass das Buch noch besser gewesen wäre, wenn es sich mehr Zeit gelassen hätte. Mit der Liebesgeschichte, mit dem Ausgang, mit dem mythologischen Hintergrund, den Charakteren, da hätte man noch viel rausholen können, da die Idee so spannend ist. Aber das mag man mit einem weiteren Band vielleicht wieder wettmachen, wer weiß? Zumindest könnte ich mir gut vorstellen, dass es noch weitere Teile gibt. Die anderen Brüder oder Schwestern könnten ja auch ihre Liebe finden...


Alles in allem war „Vermächtnis der Engel“ für mich nicht zuletzt durch den schönen Schreibstil der Autorin ein angenehmes und interessantes Leseerlebnis, von dem ich gerne mehr gehabt hätte. Zu schnelle Liebe und das Gefühl, dass man noch mehr hätte rausholen können, sind zwar meine Kritikpunkte, aber insgesamt hat das Buch Spaß gemacht und das ist meist die Hauptsache. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten und äußere die Hoffnung auf weitere Teile über die Naphalim und Lilithuhim. :-)


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