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[Rezension] "Was ich dich träumen lasse" - Franziska Moll




Titel: Was ich dich träumen lasse
Autor: Franziska Moll
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 256
Preis: 14,95€
Reihe: 1/1
Bildquelle




Ich hätte nichts dagegen, immer mit dir alleine zu sein.Wir würden uns auf die Nerven gehen. Stell dir vor, du wärst die einzige, der ich Witze erzählen könnte. Du würdest sie alle abkriegen.
Das wäre mir egal. Wenn nur wir auf der Welt wären, wäre alles einfacher. Überschaubarer. Du reichst mir.

Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe. via

„Was ich dich träumen lasse“ ist so ein Buch, bei dem ich mir einfach nicht sicher bin, wie ich es finde. Ich konnte, einmal angefangen, nicht aufhören zu lesen und hatte das Buch an einem Tag durch. Gut, es ist auch nicht allzu dick, aber bei mir bedeutet das eigentlich was Positives, wenn ich so schnell lese. Dabei lag das eher daran, dass ich unbedingt wissen wollte, wie dieses tragische Ereignis ausgeht. Auf mich hatte das Buch die Wirkung eines traurigen Coldplay-Liedes – man leidet mit, man durchlebt den Schmerz mit, aber man kann nicht wegdrücken, man muss es zu Ende hören. Und ist danach irgendwie immer noch traurig. So ging es mir jedenfalls, denn ich musste auch im Nachhinein noch ziemlich viel über das Buch nachdenken. Es ist irgendwie merkwürdig. Mir erschien der Schreibstil anfangs noch viel zu abgehackt, zu emotionslos, aber gerade diese „stumpfen“ Sätze haben das Ganze noch wirkungsvoller und emotionaler gemacht. Man spürt die Resignation, die aus dem Schockzustand kommt, man spürt die Trauer, obwohl sie nicht so greifbar ist, wie vielleicht in anderen Büchern, in denen die Protagonisten hemmungslos schluchzen und sich trösten lassen. Denn so ist Elena nicht. Sie ist eher schwierig, pessimistisch, hat sich schon einiges zu Schulden kommen lassen und sieht sich selbst auch nicht mit freundlichen Augen. Aber gerade das hat sie und ihre Beziehung zu Rico, die sie durch das Wiedergeben von Erlebnissen, die sie an Rico richtet, so interessant gemacht. Überhaupt war deren Beziehung und Liebe wundervoll dargestellt. Für das Alter schon sehr reif und unverblümt, aber gerade das hat das Ganze erst authentisch werden lassen. Das, und das damit verbundene Gedankenspiel, zu dem man unvermeidlich verleitet wird – was, wenn mir so etwas passieren würde?

Fakt ist, dass mich das Buch sehr mitgenommen hat und sicher lange nicht loslassen wird. Ein paar Kleinigkeiten haben mich zwar gestört, und es wird sicher nicht mein Lieblingsbuch, weil ich dafür viel zu harmoniebedürftig bin, aber es ist dennoch wunderschön und bitter zugleich und dabei so gut gemacht und geschrieben, dass ich es jedem ans Herz legen möchte. Ich vergebe 4 von 5 tränenreichen Sternen.

Kommentare

  1. Hach das klingt so schööööönnn! Ich bin froh dass ich es schon hier liegen habe.

    Wenn ich mir dein Design so betrachte, muss ich dich wohl mal bitten mir etwas Nachhilfe zu geben. Es ist toll. Diese vielen kleinen Details :-)

    LG

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    1. Jaaa, aber stell dich auf traurig-schön ein. Das kannst du doch bestimmt bald vom SuB befreien, so schnell, wie sich das liest :) Bin gepannt, wie es dir dann gefällt!

      Ach was, ich bin da selbst nicht gerade talentiert :D Das Design ist ein fertiges, das ich nur ein wenig angepasst habe und ein paar Dinge hab ich auch vom Blog CopyPasteLove gelernt :) Aber das meiste ist leider nicht mein Werk :D Trotzdem danke! :)

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  2. Das Buch schleicht sich langsam aber sich auf meine Wunschliste... :)
    Alles Liebe,
    Mara

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