4/09/2014

[Rezension] "Indigo - Das Erwachen" - Jordan Dane




Titel: Indigo - Das Erwachen
Originaltitel: Indigo Awakening
Autor: Jordan Dane
Verlag & Kooperation: Darkiss & Blogg dein Buch 
Seitenzahl: 368
Preis: 10,99€
Reihe: 1/2
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"Ich will dich sehen, aber es ist zu gefährlich. Du darfst nicht nach mir suchen. Versprich es mir."
Als Rayne Darby die Nachricht ihres Bruders Luke auf ihrem Anrufbeantworter hört, ist sie völlig verwirrt. Überstürzt macht Rayne sich auf die Suche, bemerkt jedoch bald, dass sie verfolgt wird. In einem Tunnel sieht sie dann plötzlich ein blaues Licht, das von einem fremden Jungen ausgeht. Er hat die Arme ausgestreckt, die Lippen geöffnet in einem stummen Schrei – und ihre Verfolger ergreifen die Flucht.
Ihr Retter heißt Gabe – mehr gibt er nicht von sich preis. Er scheint jedoch zu wissen, wo Luke steckt.. via
Bei diesem Buch dachte ich mir, lasse ich mich einfach mal darauf ein. Die Inhaltsangabe verrät nun nicht so viel, aber ich habe mir eine schöne Fantasy-Geschichte erhofft. Leider hat das Buch mich aber nicht vom Hocker reißen können. 
Die Idee finde ich gar nicht schlecht, im Grunde hat sie sogar einiges an Potential – denn die sogenannten Indigokinder, um die es im Buch geht, soll es nach manchen Theorien wirklich geben. Ob das nun der Fall ist oder nicht, sei dahingestellt – ich fand es nur ganz geschickt von der Autorin, ein, ich nenn es mal, 'Phänomen' der heutigen Zeit aufzugreifen und in eine Geschichte einzubauen. Dadurch wirkt die Idee nicht zu abstrakt, irgendwie kann man sich vorstellen, dass es sowas vielleicht doch auf irgendeine Art oder Weise gibt. Aber leider mangelte es mir hier an der Umsetzung. Denn obwohl die Autorin die Chance gehabt hätte, die Indigokinder nicht zu abstrakt erscheinen zu lassen, sind sie es für mich doch gewesen. Auch nach dem Lesen bin ich nicht sicher, was eigentlich genau die Veranlagung der Indigoseelen ist. Irgendwas mit Telepathie, irgendwas mit Geistern, aber wirklich konsequent bleibt das nicht und abgesehen von „nächste evolutionäre Stufe“ gibt es auch keine Erklärungen oder Definitionen. 

Doch das ist eigentlich nur ein kleiner Störfaktor gewesen – vielmehr haben mich die ganzen Blickwinkel gestört. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es neun Blickwinkel, aus denen die Autorin abwechselnd schreibt. An sich ist das ja nichts Schlechtes, wenn man es geschickt macht. Und der Schreibstil war generell auch völlig in Ordnung. Aber die Perspektivwechsel waren so abrupt und so kurz, dass ich zu keinem Charakter eine Verbindung aufbauen konnte und die meisten relativ flach blieben. Dabei hatten einige wirklich das Potential, sehr interessante Charaktere zu sein/werden, aber bis auf das Schicksal von einem Randcharakter (für die, die es schon gelesen haben: Raphael) war mir das der anderen nahezu egal, weil ich einfach keinen Bezug zu ihnen hatte. Hinzu kam, dass sich die Liebe zwischen Rayne und Gabriel für mich einfach viel zu schnell entwickelte. Kaum zwei Tage sind seit dem Kennenlernen vergangen und schon ist für beide klar, dass sie ineinander verliebt sind. Natürlich kann man sich schnell verlieben – aber nach ein paar Stunden schon so viel für den anderen zu riskieren, obwohl man ihn kaum kennt, kam mir dann doch etwas übertrieben vor. 

Abgesehen davon ist die Handlung recht gut. Hauptsächlich geht es um Raynes Suche nach ihrem Bruder, während derer es einige Verstrickungen mit einer sektenartigen Kirche gibt, die Indigo-Kinder, platt gesagt, jagt. Also eine Art Katz-und-Maus-Spiel, wobei aber nur gegen Ende Spannung aufkam. Der Höhepunkt hätte auch wieder viel Potential gehabt, aber die abrupten Perspektivwechsel und die ungeschickte Auswahl der Perspektiven in der Szene haben dem leider geschadet, sodass ich etwas enttäuscht davon war. Gut gefiel mir allerdings der Aufhänger ganz am Ende. Kein Cliffhanger, aber eine neue Wendung in der Geschichte, die Raum für weitere Bände öffnet. Insgesamt gab es aber leider wenig Positives, sodass ich die nächsten Teile wohl trotzdem nicht weiterlesen werde.

„Indigo – Das Erwachen“ ist ein Buch voller Potentiale, die aber nicht ausgeschöpft werden. Die vielen Perspektiven und abrupten Wechsel dieser beeinträchtigen das Lesevergnügen und bewirken, dass man keinen richtigen Bezug zu den Charakteren aufbauen kann. Insgesamt eine schöne Idee mit einer leider misslungenen Umsetzung. Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen für dieses Buch.

Kommentare:

  1. Mich konnte es leider auch nicht überzeugen. Fand ich sehr schade, da ich das Cover wundervoll finde und auch der Klappentext klang super interessant.

    Liebe Grüße
    Sabrina
    http://lesenliebentraeumen.blogspot.de/

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    1. Hab ich bis jetzt auch von den meisten so mitbekommen. Schade drum!

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  2. Ich muss sagen, dass ich überhaupt kein Fan von Perspektivwechseln bin. Meistens zähle ich vorab die Seiten, die ich in der Sicht eines nicht so gern gemochten Charakters noch zu überstehen habe. :D
    Wie gut, dass ich hiermit vor dem Buch gewarnt bin. Aber "Indigo" ist mir ohnehin bisher noch nicht wirklich aufgefallen.

    Es kommt zwar etwas spät, aber: Ja, ich verspreche, dass ich "Die Liebenden von Leningrad" so bald wie möglich lesen werde. Dieses Mal wirklich. :D Bis Ende Mai habe ich mir jedoch vorgenommen, erst einmal meine englischen Lektüren, die hier noch liegen, wegzulesen. Aber DANN... :D

    Und wie ich sehe hast du nun zu "Der Kuss des Tigers" gegriffen! ♥ Ich hoffe ja sehr, dass dich das Liebesdrama nicht zu sehr anstrengt und du nicht bereits verständnislos den Kopf über meine vergangenen Lobeshymnen schüttelst. Noch viel Spaß damit! Ich habe mir vor einigen Wochen den vierten Band auf Englisch gekauft, da Heyne fliegt die Reihe ja - wie ich gehört habe - anscheinend nicht mehr weiter übersetzen möchte. :( Wirklich schade.

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    1. Ich finde, manche Autoren machen das echt gut - zum Beispiel Marissa Meyer (falls du die Luna-Chroniken noch nicht kennst, kann ich sie dir nur wärmstens empfehlen!), da gibt es auch sehr viele Perspektiven, aber diese steigern sich nach und nach, die Charaktere werden toll eingeleitet und ich hatte nie den Drang, schnell zur interessanteren Perspektive zu kommen, weil einfach alle toll waren :D Aber generell verstehe ich deine Skepsis, nicht vielen Autoren gelingt das gut!

      Haha, sehr gut! :D Ich hab ja auch etwas gebraucht, um deinen Tipp mit "Kuss des Tigers" zu befolgen - ich hab's aber inzwischen ausgelesen und fand es echt schön! :) Kelsey war teilweise etwas anstrengend, aber sonst hat mich die Geschichte total gefesselt, ich mag die indische Kultur ohnehin, und dann auch noch so schön märchenhaft verwoben, das war echt ein Genuss. Hab mir auch direkt den zweiten Band bestellt und hoffe, dass dieser morgen ankommt, damit ich direkt weiterlesen kann :'D
      Das mit dem Weiterübersetzen hab ich auch so gelesen, finde ich auch sehr schade :( Vor allem, weil ich die deutschen Cover soo viel schöner finde. Wenigstens als Taschenbuch könnten sie den vierten Teil doch rausbringen, so ist das wirklich schade für die, die die Reihe doch mögen und sammeln. :/

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  3. Uuuuuuuuhhhhhh das klingt gar nicht gut. Dabei klang es so viel versprechend. Runter von der Wunschliste!
    Du hast das Mädchen mit dem Baum wieder :-) Es ist sooooo schöööön!
    LG

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    1. Gibt auf jeden Fall bessere Bücher :D
      Jaaa! :) Freut mich, dass es dir aufgefallen ist! :)

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