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[Rezension] "Legend 02 - Schwelender Sturm" - Marie Lu

Titel: Legend - Schwelender Sturm (Legend 02)
Originaltitel: Prodigy (Legend 02)
Autor: Marie Lu
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 448
Preis: 17,95€
Reihe: ✓ 


Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen.


Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen.
Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte.
Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:
Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt?
Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss?
Was, wenn die Patrioten falsch liegen? via


Bereits den ersten Band „Legend – Fallender Himmel“ fand ich absolut überraschend und fesselnd. Mich hat fasziniert, wie rasant die Geschichte vorangeht und wie schnell man die Protagonisten ins Herz schließt. Umso besser, dass der zweite Band genauso spannend weitergeht! 

June und Day sind mir in diesem Band nur noch mehr ins Herz gewachsen. Womit die beiden zu kämpfen haben und wie sie damit umgehen und trotzdem so stark bleiben, hat mich von Anfang an fasziniert. Und obwohl die beiden schon einiges miteinander durchgemacht haben, merkt man in diesem Band, dass sie sich trotzdem nicht so gut kennen. Die aufkeimenden Zweifel, das Misstrauen und die Skepsis, aber gleichzeitig auch die gegenseitige Zuneigung und das Verständnis haben mir sehr gut gefallen. Doch auch abseits von Day und June hat Marie Lu beim Darstellen der zwei Seiten einer Medaille wunderbare Arbeit geleistet, denn in diesem Band erlebt man die Patrioten und die Kolonien aus nächster Nähe und lernt, dass auch diese Seiten und Fronten keine weißen Westen tragen. Die Revolutionierenden sind bekanntlich nicht immer besser als die Herrschenden und diese Kontroversen hat die Autorin wirklich klug ausgearbeitet. 
Das wird außerdem dadurch untermalt, dass der neue Elektor, Anden, scheinbar gar nicht so übel ist. Das sät nicht nur unter den Protagonisten viel Verwirrung und man fragt sich nicht selten, welche Seite denn nun besser und welche schlechter ist (denn „gut“ und „böse“ gibt es wie gesagt nicht). Dass der neue Elektor aber scheinbar was für June übrig hat, hat mich wiederum geärgert. Liebesdreiecke müssen wirklich nicht mehr sein, aber zum Glück geschieht so viel, dass gar nicht viel Zeit bleibt, um sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Je weiter die Geschichte vorangeht, desto mehr Verstrickungen werden aufgedeckt und desto spannender, aber auch scheinbar hoffnungsloser wird die Geschichte. 

Das Ende hat mir wirklich das Herz zerrissen und ich traue mich kaum, den dritten Band zu lesen, obwohl ich auch unbedingt wissen will, wie es endet.

„Legend – Schwelender Sturm“ ist eine würdige Fortsetzung und nach meinem Gefühl sogar eine Steigerung zum ersten Band. Ich bin immer noch fasziniert davon, wie gut und kontrovers die beiden „Seiten“ der Patrioten/Kolonien und der Regierung dargestellt wird und kann es kaum abwarten, wie diese Geschichte ausgeht. 5 von 5 Sternen für dieses absolut gelungene Buch!
★★★★★


Kommentare

  1. Dein neues Layout ist echt schön geworden! (super unproduktiver Kommentar zu deiner Rezi, musste aber mal raus ;))

    Liebe Grüße,
    Lyrica :)

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    Antworten
    1. Aww, danke dir! Ich freue mich über den Kommentar :D Obwohl das Design vorgefertigt war, hab ich ziemlich viel Zeit investiert, um es so anzupassen, wie ich es haben wollte. Von daher, toll, wenn es nicht nur mir gefällt! :)
      Ganz liebe Grüße zurück!

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