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Rezension: "Fangirl" - Rainbow Rowell

Titel: Fangirl
Autor: Rainbow Rowell
Verlag: Griffin
Seitenzahl: 448
Gebunden: 13,80€ / E-Book: 3,76€
Reihe: -

In Rainbow Rowell's Fangirl, Cath is a Simon Snow fan. Okay, the whole world is a Simon Snow fan, but for Cath, being a fan is her life—and she’s really good at it. She and her twin sister, Wren, ensconced themselves in the Simon Snow series when they were just kids; it’s what got them through their mother leaving.
Reading. Rereading. Hanging out in Simon Snow forums, writing Simon Snow fan fiction, dressing up like the characters for every movie premiere.
Cath’s sister has mostly grown away from fandom, but Cath can’t let go. She doesn’t want to.
Now that they’re going to college, Wren has told Cath she doesn’t want to be roommates. Cath is on her own, completely outside of her comfort zone. She’s got a surly roommate with a charming, always-around boyfriend, a fiction-writing professor who thinks fan fiction is the end of the civilized world, a handsome classmate who only wants to talk about words . . . And she can’t stop worrying about her dad, who’s loving and fragile and has never really been alone.
For Cath, the question is: Can she do this? Can she make it without Wren holding her hand? Is she ready to start living her own life? And does she even want to move on if it means leaving Simon Snow behind? via
 
Ich gebe zu, eigentlich hat mich bei diesem Buch zunächst einmal nur das wunderhübsche Cover gelockt. Als dann aber auch noch haufenweise begeisterte Stimmen auftauchten, musste ich mir das Buch einfach besorgen (zumal das E-Book auf Amazon für drei Euro und ein paar zerquetschte zu haben ist, also warum lange zögern). Gesagt, getan. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, es direkt auch zu lesen, aber als ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Es ist einfach so, so toll! Wirklich, ich bin endlos begeistert. Letztendlich ist es nur eine Coming-of-Age-Story, ja. Schüchternes Mädchen geht aufs College und lernt Typen und neue Freundinnen kennen – ja, die Story kennen wir alle. 

Aber Fangirl ist anders, denn die Protagonistin ist anders. Cath ist – wie soll ich sagen? Wahrscheinlich ein bisschen so wie jeder von „uns Internetmenschen“. Sie schreibt seit Jahren Fanfictions über eine bestimmte Buchreihe, wobei ziemlich klar ist, dass diese Harry Potter symbolisieren soll, im Buch heißt die Reihe aber Simon Snow. Na jedenfalls schreibt sie Fanfictions über Simon und dessen Erzfeind, die ineinander verliebt sind. Klingt komisch? Ist es auch. Aber nicht auf eine befremdliche Art und Weise. Denn seien wir mal ehrlich – jeder, der ein Buch oder eine Reihe so abgöttisch liebt, wird immer mehr haben wollen. Ob zum Lesen, zum Gucken, oder eben zum Schreiben. Und Cath schreibt. Das Wunderbare ist, dass es zwischen den Kapiteln teilweise Ausschnitte aus ihren Fanfictions zu lesen gibt, sowie Ausschnitte aus den „originalen“ Simon Snow-Büchern. Das hat das Ganze sehr real gemacht. Cath ist auch abgesehen davon ein sehr authentischer Charakter. Sie ist – trotz dass (oder gerade deshalb?) sie einen Zwilling hat – sehr introvertiert, geht nicht gerne unter Menschen und ist am liebsten zu Hause und schreibt oder liest. Ihre Gedanken haben mich nicht selten zum Schmunzeln gebracht, denn sie ist einfach herrlich liebenswert. Vor allem in Verbindung mit ihrem Vater, der fast zu meinem Lieblingscharakter geworden ist, habe ich mir die ganze Zeit gewünscht, es gäbe Cath wirklich. Sie und auch alle anderen Charaktere sind so gut ausgearbeitet, dass ich wirklich nichts als Bewunderung für Rainbow Rowell aufbringen kann. 

Ja, das Buch wird die (Literatur-)Welt nicht auf den Kopf stellen oder verändern. Es ist nicht die originellste Story auf dem Planeten. Auch nicht die Spannendste. Aber das alles braucht das Buch auch gar nicht. Es lebt durch die Charaktere und die Stimmung. Und es ist ein tolles Gefühl, als Nerd (ich erlaube mir mal mich als solchen zu bezeichnen) von jemandem zu lesen, der ähnlich ist. Ich denke, dass jeder in diesem Buch einen Charakter finden kann, mit dem er sich identifiziert. 

Abgesehen von den tollen Charakteren gefiel mir natürlich auch die Handlung, die, wie bereits erwähnt nicht von spannenden Elementen lebt, aber das brauche ich auch gar nicht. Auch so habe ich eine Seite nach der anderen gelesen, was nicht zuletzt auch an der süßen, aber meiner Meinung nach überhaupt nicht zu kitschigen Liebesgeschichte lag. Es war genau das richtige Maß. 

Wahrscheinlich muss ich eigentlich gar nicht mehr erwähnen, dass auch der Schreibstil von Rowell mir unheimlich gut gefallen hat, aber ich tu's trotzdem, denn auch das verdient Erwähnung. Dieser ist nämlich, wie die ganze Geschichte, sehr authentisch und geht direkt ins Herz. Das Buch hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und wahrscheinlich waren auch alle Zwischenstufen vorhanden. 
Wo wir schon bei der Sprache sind, würde ich ganz gern nochmal auf das Englisch eingehen, weil es sicher für einige auch ein Thema ist, ob sie sich da rantrauen soll. Ich lese ja nicht mehr als ein paar Bücher im Jahr auf Englisch, weil ich mit letztendlich im Deutschen doch wohler fühle. Doch bei Fangirl ist mir in der meisten Zeit nicht mal aufgefallen, dass ich in einer anderen Sprache lese. Das Englisch ist wirklich sehr gut verständlich und die Autorin macht nur sehr selten Gebrauch von Wörtern, die man so vielleicht nicht direkt kennt. Auch das war für mich ein Pluspunkt, denn letztendlich ist es immer schöner, im Original zu lesen. Außerdem mag ich es nicht, wenn Autoren auf Teufel komm raus komplizierte Begriffe suchen und verwenden – das ist hierbei ganz sicher nicht der Fall. Zum Glück! 
Kurzum: Ich habe wirklich nichts zu bemängeln.

“In new situations, all the trickiest rules are the ones nobody bothers to explain to you. (And the ones you can't Google.)” 

“She hated the way he passed out smiles to everyone he met like it didn’t cost him anything, like he’d never run out.” 

“'Isn’t giving up allowed sometimes? Isn’t it okay to say, ‘This really hurts, so I’m going to stop trying'?
‘It sets a dangerous precedent.’
‘For avoiding pain?’
‘For avoiding life.’”

Ein authentischer „Nerd“ als Protagonistin, Charaktere, die einem durch ihre Ehrlichkeit ans Herz wachsen und eine College- und Familiengeschichte, die sowohl zart und süß, als auch hin und wieder hart und bitter ist. Aber wir wollen ja nicht pathetisch werden... Wie dem auch sei. Fangirl.. ich bin dein Fangirl. Volle Punktzahl für dieses Highlight. 
Und ich hoffe, ich verzeiht mir diese sehr subjektive und unseriöse Rezension.


Kommentare

  1. Ich habe bisher noch keine negative Kritik zu diesem Buch gelesen. Werde es mir also auch nochmal vornehmen müssen :) Deine Rezi war übrigens echt schön und erfrischend zu lesen.

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    1. Unbedingt, es lohnt sich wirklich :) Vielen Dank, das freut mich! :)

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  2. Oh, Elif, dass klingt ja super toll :O Ich wollte das Buch eigentlich gar nicht lesen, aber huiiiii, das hört sich nach genau dem richtigen für mich an <3 Tolle Rezension :D

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    1. Jaaaaa ich weiß, lies es unbedingt!! Vor allem, da du ja auch schreibst, vielleicht kannst du dich auch wunderbar damit identifizieren :D Danke! Wenn ich dich neugierig machen konnte, hat es sich ja auf jeden Fall gelohnt! Ich hoffe, es gefällt dir dann auch so gut <3

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  3. Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und LIEBE ES! Ich kann kaum glauben, dass es vorbei ist. Am liebsten würde ich jetzt anfangen, Fanfiction über Cath zu schreiben. :D OMG wie süß sind bitte die Charaktere??? Ich muss deiner Rezi zwar auch mit der Kritik recht geben, dass wir hier keinen Welt verändernden Roman haben. Aber trotzdem liebe ich das Buch! Einfach genial.
    LG J

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    1. Juhuu, noch ein Fangirl von Fangirl! :D Ich kann dich so gut verstehen! Hab sogar gehört, dass es tatsächlich Fanfictions über Cath gibt, sogar über Simon & Baz! :D Vielleicht findest du da ja was :) Naja, das mit "nicht weltverändernd" sollte nicht mal eine Kritik sein, ich wollte bloß keine falschen Hoffnungen machen, weil ich mir vorstellen kann, dass das Buch auch nicht Jedermanns Sache ist :) Aber ich hab es wirklich geliebt und freu mich total, dass es immer mehr gibt, denen es genauso geht :))

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