12/27/2013

Rezension: "Wo Schneeflocken glitzern" - Cathryn Constable

Originaltitel: The Wolf Princess
Autor: Cathryn Constable
Verlag & Kooperation: Carlsen
Seitenzahl: 336
Preis: 16,99€
Reihe: -

Sophie ist überglücklich. Ihre Internatsklasse macht einen Schulausflug nach Russland. Dafür fälscht sie sogar die Unterschrift ihres Vormunds. Endlich wird sie das Land sehen, von dem sie schon ihr Leben lang träumt! Als aber ihre russische Betreuerin plötzlich aus dem Zug verschwindet, sind Sophie und ihre beiden Freundinnen auf sich allein gestellt, inmitten einer einsamen, tief verschneiten Winterlandschaft und ohne Verbindung zur Außenwelt. Doch Prinzessin Volkonskaja nimmt sie in ihrem Palast auf. Auch wenn Sophie rätselhaft ist, wieso sie die Mädchen bereits erwartet hat... via

„Und noch ein Buch, das in Russland spielt...“ - Ja, ich weiß. Langsam werde ich durchschaubar. Aber ich musste „Wo Schneeflocken glitzern“ einfach lesen! Wahrscheinlich hätte mich das Buch nicht sehr angesprochen, wenn die Geschichte nicht in Russland angesiedelt wäre. Aber nun, da ich es gelesen habe, bin ich sehr froh drum, denn mir hat das Buch wirklich gut gefallen. 

Von Anfang an war ich in der Geschichte drin – die Waise Sophie, die sich mit ihren beiden Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein Zimmer in einem Mädcheninternat in Großbritannien teilt und dann die Chance bekommt, in das Land zu reisen, von dem sie schon seit ihrer Kindheit träumt. Klingt das nicht märchenhaft? Ist es auch. Denn aus einer Schulreise wird ein Besuch in einem vergessenen Palast und eins kommt zum anderen. Das Grundgerüst allein hat mir schon sehr gut gefallen. Constable erfindet das Rad sicherlich nicht neu, aber allein die Tatsache, dass man regelmäßig mit russischen Begriffen, Namen und Gewohnheiten konfrontiert wird, verleiht dem Ganzen einen eigenen Glanz. Wenn dann auch noch ein Schatz und eine Wolfslegende dazukommt... ja, dann hat man mich für sich gewonnen. 

Es gibt keinen Überfluss an Charakteren, und die, die es gibt, sind nicht übermäßig tief und fassbar, aber das passte gut zur Geschichte, die eine Mischung aus Märchen und Gegenwartsroman ist. Ich fand es sehr zauberhaft, dass in dem einen Moment noch über Handys geredet wird und die Mädels im nächsten schon in einer Kutsche sitzen und auf dem Weg zu einer Prinzessin sind. Außerdem fügt sich das „Märchen“ bzw. die Geschichte um die Prinzessin sehr schön in die russische Geschichte und die Revolution ein, was mir auch sehr gut gefiel, so wirkte alles zwar nicht unbedingt realistisch, aber doch vorstellbar. 

Begleitet wird das Ganze von einem einfachen, aber bildlichen und teilweise traumhaften Schreibstil. Vor allem die Beschreibungen des Schnees und der Gebäude haben mir das Lesen sehr versüßt. Am liebsten gefiel mir diese Stelle, da sie den Zauber um St. Petersburg so gut einfängt: 


Hier sieht man auch ein wenig, wie schön das Buch von innen aufgemacht ist. Das ist zwar kein Kriterium bei der Bewertung, aber doch immer wieder ein schönes Extra für die Augen. 

Doch so schön die Geschichte auch zu lesen war, ich habe oft gemerkt, dass ich nicht das ideale Zielpublikum bin. Ich hatte zweifellos viel Spaß am Lesen und werde das Buch auch nicht mehr hergeben, da die faszinierende Seite Russlands einfach so schön widergespiegelt wird. Aber allein an der Art und Weise, wie die Freundinnen miteinander umgehen, hab ich gemerkt, dass ich mich da nicht mehr gut hineinversetzen kann; schließlich sind sie erst dreizehn. 
Das und ein paar Dinge bezüglich der Handlung, wie die Tatsache, dass Sophie einige der Menschen erst sehr spät durchschaut und Offensichtliches auch erst spät realisiert, wären aber auch meine einzigen Kritikpunkte.

Insgesamt hat mir die Lektüre großen Spaß gemacht. Besonders denen, die ebenfalls so fasziniert von Russland sind, kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Aber auch Lesern, die eine märchenhafte und winterliche Geschichte lesen möchten, kann ich es nur empfehlen. Man sollte zwar bedenken, dass die Protagonistin dreizehn und der Roman dadurch auch nicht besonders „erwachsen“ ist, aber das tut der schönen Geschichte keinen großen Abbruch. 
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

Übrigens, ist das englische Cover nicht wunderschön? Die deutsche Ausgabe hat es mir ja schon angetan, aber die Illustrationen auf der englischen finde ich nochmal eine Nummer besser. Hach. <3


Kommentare:

  1. Ui, das ist ja voll hübsch von innen! :D Bei der englischen Ausgabe ist das nicht :O Unverschämtheit :D Ich freue mich, dass dir das Buch auch gefallen hat :-) Ich fand es damals auch wirklich schön <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dafür sieht die von außen total toll aus! :D Wobei, nicht alle. Die eine da mit den Zwiebeltürmen. Ja, es war echt schön <3

      Löschen
  2. Ich glaube, ich sollte dieses Jahr auch endlich einmal anfangen, einige Bücher, die in Russland spielen, zu lesen. Dank dir habe ich schon einige auf meiner Amazon-Wunschliste, aber gekauft geschweige denn gelesen habe ich noch keines. Ich denke aber mal, dass ich mit "Die Liebenden von Leningrad" beginnen würde, das Buch mochtest du doch besonders gerne, oder? :)
    Ich wünsche dir für 2014 ebenfalls nur das Beste und drücke dir fest die Daumen, dass sich all deine Wünsche, Träume und Hffnungen in die Realität umsetzen lassen! Liebste Grüße <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jajajajajaaaaa, tu es! :D Und ja, "Die Liebenden von Leningrad" ist mein all-time-favourite, lies es uuunbedingt und am besten ganz bald! :)
      Ohh, wie lieb, ich danke dir vielmals und wünsche dir ebenfalls ein ganz wundervolles Jahr! <3

      Löschen