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Rezension: "Das Haus auf der Blumeninsel" - Christiane Lind

Titel: Das Haus auf der Blumeninsel
Autor & Kooperation: Christiane Lind
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 480
Preis: 8,99€
Reihe: -

Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben? via

Schon mit ihrem unter einem Pseudonym verfassten Jugendbuch „Im Land der Kaffeeblüten“ wusste Christiane Lind es, mich zu begeistern. Umso mehr habe ich mich gefreut, auch einen „Erwachsenenroman“ von ihr lesen zu können und ich wurde nicht enttäuscht. 

Was mir an „Im Land der Kaffeeblüten“ unter anderem so gut gefallen hat, nämlich die unglaublich atmosphärische und bildhafte Darstellung, ist mir auch hier wieder begegnet. „Das Haus auf der Blumeninsel“ spielt teilweise in England, auf dem Land in einem Herrenhaus, und teilweise auf der portugiesischen Insel Madeira. Beide Orte hatte ich beim Lesen genaustens vor Augen, als wäre ich selbst da gewesen. Die Kulissen sind wirklich toll gewählt und außerordentlich gut beschrieben. 
Anfangs hatte ich dennoch ein paar Schwierigkeiten. Was mir später sehr gut gefallen hat, war die Charaktervielfalt des Romans. Es handelt sich um eine Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, von daher spielen viele Charaktere eine Rolle. Und zu Beginn tat ich mich etwas schwer mit dem Zuordnen und dem Auseinanderhalten – zumal kapitelweise auch aus anderen Perspektiven in anderen Zeiten geschrieben wird. Letztendlich habe ich für mich selbst einen Stammbaum aufgemalt, wodurch es viel besser wurde. 

Die erwähnten Charaktere fand ich alle sehr interessant. Dreh- und Angelpunkt des Ganzen sind Laura und dessen Großtante Grace, die beide Charaktere der Gegenwart sind. Zudem wird auch aus der Perspektive von Grace als Kind erzählt. Weitere Perspektiven sind die Vorfahren Amelia und Emma, die beide sehr spannende und tragische Geschichten vorzuweisen haben. Allesamt waren mir die Charaktere sympathisch und ich habe nicht das übliche Phänomen zu berichten, das mich sonst bei vielen Perspektivwechseln ereilt – ich fand nicht eine Perspektive besonders interessant und eine andere gar nicht, nein, mich hat jede Perspektive gleichwertig unterhalten. 

Kleine Kritikpunkte habe ich zu den Charakteren trotzdem. Teilweise hat mich die Schwarz-Weiß-Malerei in Bezug auf einen bestimmten Nebencharakter ziemlich gestört. Zwar trifft das nur auf diesen zu, aber da ich den Charakter trotz seiner Mängel interessant fand, hätte ich eine tiefgründigere Darstellung sehr interessant gefunden. 
Außerdem fand ich es ein wenig unrealistisch, dass der Hauptcharakter Laura so schnell über ihren Ex-Mann hinwegkommt. „So schnell“ ist auch das Stichwort für das Ende des Buches – nicht die Auflösung war mir zu schnell, sondern die Entwicklung der Beziehung von Laura und Matthew, den sie auf Madeira kennenlernt. Meiner Meinung nach hätte das Ende auch gut ohne die eine überstürzte Handlung auskommen können. 

Aber das sind wirklich nur kleine Mängel, die dem Großen und Ganzen kaum einen Abbruch tun. Ich habe das Buch sehr genossen, es ist durchgehend spannend und interessant und von der bildhaften Atmosphäre kann ich ohnehin nicht genug schwärmen. Abgesehen von der Atmosphäre kann die Autorin aber auch Emotionen sehr gut rüberbringen, was sicherlich am tollen Schreibstil liegt.

„Das Haus auf der Blumeninsel“ ist ein toller Roman über ein Generationen übergreifendes Familiengeheimnis. Schon allein aufgrund des bildhaften und atmosphärischen Schreibstils lohnt sich die Lektüre, aber auch die Geschichten und Charaktere sind sehr spannend und interessant gezeichnet. Fans von Büchern im Stil von „Das Orchideenhaus“ von Lucinda Riley werden es lieben. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen für diesen schönen Roman. 

PS: Ich muss unbedingt nach Madeira.


Kommentare

  1. Hey =)

    Danke für das gute Review - das Buch klingt echt interessant! Vielleicht werde ich es jetzt im Herbst lesen, wenn es hier ganz schrecklich grau und regnerisch wird.
    Hoffentlich stellst du uns bald wieder ein Buch vor! =)

    LG
    Elisabeth
    http://elisabethgatterburg.blogspot.co.at/

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    Antworten
    1. Vielen Dank, Elisabeth! Ich hoffe auch, dass ich bald wieder Zeit finde, Rezensionen zu schreiben - zur Zeit ruft noch die Hausarbeit und der Praktikumsbericht.. Aber ich bin guter Dinge, dass es ab nächster Woche bergauf geht. :D
      Liebe Grüße!

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