5/31/2013

Rezension: "Talitha Running Horse" - Antje Babendererde

Titel: Talitha Running Horse
Originaltitel: -
Autor: Antje Babendererde
Verlag: Arena
Seitenzahl: 301
Preis: ~ 5€
Reihe: -


Die dreizehnjährige Tally, eine Lakota Halbblutindianerin, liebt Pferde über alles. Aber ihr Vater, mit dem sie im Reservat lebt, ist zu arm, um sich Pferde zu halten. Als in die Nachbarschaft ihrer Tante Charlene eine Familie zieht, die Appaloosas züchtet, lernt Tally endlich reiten. Sie verliebt sich in Stormy, ein winziges gepunktetes Fohlen und in Neil Thunderhawk, den Sohn der Nachbarsfamilie.Tally träumt davon, Stormy eines Tages zu besitzen und mit der Stute am alljährlichen Gedenkritt für Häuptling Big Foot teilzunehmen. Und sie träumt davon, mit Neil zusammen zu sein.
Doch diese Träume scheinen unerfüllbar. Stormy wird schwer verletzt und Tally fühlt sich schuldig. Neil küsst Suzy Eagle Bear und als auch noch ihr Trailer abbrennt, und sie zu ihrer Tante Charlene ziehen muss, bricht für Tally eine Welt zusammen. Denn sie kann ihre Tante Charlene nicht ausstehen und Kusin Marlin piesackt sie wo er nur kann.
Doch so widrig die Umstände auch sind, Tally gibt nicht auf.
Werden ihre Wünsche in Erfüllung gehen? via

Ich gebe zu – ich habe echt nichts für Pferde übrig. Deshalb ist der einzige Grund, dieses Buch zu lesen, nur der gewesen, dass Antje Babendererde es geschrieben hat und ich auch ihre anderen Jugendromane toll finde. Und umso ungewöhnlicher ist es, dass dieser zu einem meiner Lieblinge geworden ist. Ich erinnere mich, dass ich damals, beim ersten Lesen, nicht aufhören konnte und bis in den Morgengrauen gelesen habe. Auch diesmal war es nicht sehr viel anders. Nahezu in einem Rutsch habe ich die tolle Geschichte um Talitha Running Horse gelesen. Ich habe mit ihr gefühlt, gelitten und gelacht und noch viele andere Emotionen durchlebt. Denn es geschieht sehr viel auf den wenigen Seiten. Was kein Wunder ist, denn am Anfang des Buches ist Talitha 13 und am Ende 16 Jahre alt. Dementsprechend ist die 13-jährige Talitha am Anfang natürlich noch sehr kindlich, doch kann man sich trotzdem gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Sie ist ein starker und interessanter Charakter, über den man gerne liest. Auch die Nebencharaktere mochte ich gerne. Talithas beste Freundin ist zwar hin und wieder eine Zicke, aber dennoch liebenswert. Talithas Vater ist ein herzensguter, positiver, aber oft scheiternder Mensch. Weil er weggeht, um Geld zu verdienen, muss Talitha vorübergehend zu ihrer Tante und dessen Sohn ziehen, die beide sehr anstrengende Personen sind. Seit dem Tod des Mannes hat ihre Tante sich dem christlichen Glauben zugewandt und verspottet die Lakota-Traditionen. Ihr Cousin Marlin ist abgestürzt und hat sich mit den falschen Leuten angefreundet, außerdem ärgert er Talitha, wo er nur kann. Durch Marlin werden (leider) alltägliche Probleme der Indianer-Reservate thematisiert, wie Alkohol und Banden, was mir sehr gefiel. Das einzig Gute daran ist, dass ihre Tante Nachbarn mit Pferden hat. Mit einem Fohlen entwickelt sie eine innige Bindung, die bis zum Ende aufrecht erhalten bleibt. Die Pferde und deren Charaktere wurden allesamt sehr faszinierend beschrieben, sodass es für mich, die eigentlich keine Pferdenärrin ist, dennoch spannend und schön zu lesen war. Und schlussendlich ist da natürlich noch Neil, der Sohn der Nachbarn, der aber nichts für Talitha übrig zu haben scheint.
Talitha erlebt andauernd Rückschläge und muss mit all dem fast alleine klarkommen. Diese Rückschläge wirken aber keinesfalls konstruiert, sondern sind realistische Vorkommnisse aus den heutigen Reservaten. Ein Trailer brennt ab, ein Unschuldiger kommt ins Gefängnis, Unfälle geschehen, Verwandte schließen sich gefährlichen Banden an... Solcherlei Dinge gehören leider zur Realität und deshalb finde ich es besonders schön, dass Antje Babendererde sie anspricht. Dadurch bleibt die Handlung auch bis zum Ende spannend und interessant. Außerdem werden auch die Traditionen der Lakota-Indianer thematisiert, sodass man einen Einblick in deren Kultur und Denkweise bekommt, was für mich immer besonders faszinierend ist.
Zum Schreibstil gibt es nicht viel zu sagen – die Autorin vermag es mit einfachen Worten, große Gefühle zu schildern, sowie die Landschaften und Reservatsgebiete so zu schildern, dass man meint, dort gewesen zu sein.
  
Talitha Running Horse ist eines der besten Jugendbücher, die ich kenne. Ich habe es nun zum zweiten Mal gelesen und war noch genauso gefesselt wir vor einigen Jahren beim ersten Lesen. Die Geschichte hat einfach etwas ganz eigenes - etwas Faszinierendes und Berührendes. Wer gerne zeitgenössische Jugendbücher liest und sich auf eine Reise ins heutige Reservat der Lakota-Indianer einlassen will, macht hiemit nichts falsch. Und wie gesagt, ihr braucht nicht einmal etwas für Pferde übrig zu haben. So oder so wird euch alles und jeder ans Herz wachsen. 5 von 5 Sternen für diesen tollen Roman! 



Kommentare:

  1. Ich find dein Blogdesign immer noch super schön :)

    Das Buch klingt aber irgendwie traurig... und nach nichts für mich, obwohl ich Pferde sogar mag. Schöne Rezi ;)

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    1. Dankeschön :)

      Soo traurig ist es nicht :D Immerhin gibt es immer Lichtschimmer. :) Danke!

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