Direkt zum Hauptbereich

Rezension: "Im Land der Kaffeeblüten" - Laura Antoni

Titel: Im Land der Kaffeeblüten
Originaltitel: -
Autor: Laura Antoni
Verlag & Kooperation: Thienemann Verlag, Blogg dein Buch
Seitenzahl: 400
Preis: 16,95€
Reihe: -

Guatemala, 1902. Bremen, 2011: Vier junge Frauen verbindet ein Schicksal, auch wenn sie mehr als ein Jahrhundert trennt. Eine Projektarbeit zum Thema Kaffeeanbau in Guatemala lässt Isabell und Julia überraschend tief in die Vergangenheit ihrer eigenen Familien dringen. Sie kommen ihren Ururgroßmüttern auf die Spur, die ungewöhnliche Wege gingen, selbst- und freiheitsbewusst: Margarete, die den jungen Maya Juan liebte, und Elise, die ihr Herz dem mittellosen Georg schenkte. Und sie entdecken ein streng gehütetes Familiengeheimnis in der Kaffeedynastie, die Isabell einmal erben wird. via

„Im Land der Kaffeeblüten“ hat mich zunächst nur deshalb interessiert, weil die Geschichte teilweise in Bremen spielt. Es gibt so selten Bücher, die in meinem Wohnort angesiedelt sind, dass ich gerne wissen wollte, wie die Autorin das umgesetzt hat. Außerdem klang die Geschichte ganz nett – aber ich hätte nicht erwartet, dass mich das Buch so fesseln würde. 
Anfangs wollte ich nur kurz reinlesen, doch danach konnte ich gar nicht mehr aufhören. Laura Antoni schreibt sehr angenehm und flüssig und vermag es, die verschiedenen Atmosphären mit schönen Landschaftsbeschreibungen zu vermitteln – ob nun in Bezug auf Bremen oder Guatemala. 
Ich gebe zu, dass ich vorher kaum etwas über die guatemaltekische Geschichte wusste. Kaffee, ja. Kolonien, ja. Aber sonst? Von daher gefiel mir schon allein die originelle Idee zur Geschichte. Zwei Jugendliche, die beide auf ihre Art einen Bezug zu Guatemala haben und durch eine Projektarbeit in der Schule die Vergangenheit ihrer Vorfahren erforschen. Dies gelingt ihnen mithilfe von zurückgebliebenen Tagebüchern. Dadurch, dass sie diese lesen, wechselt die Geschichte immer zwischen zwei Zeitfenstern – es wird zum Teil die Geschichte von Julia und Isabell in der Gegenwart geschildert, zum Teil aber auch die Geschichte von Margarethe und Elise, die sich beide aus unterschiedlichen Gründen Anfang des 20. Jahrhunderts in Guatemala aufhielten. Die letzten beiden Charaktere und ihre Werdegänge habe ich mit großer Spannung verfolgt. Beide waren mir unheimlich sympathisch. Die Jetzt-Charaktere Julia und Isabell hingegen waren für mich ein wenig durchschnittlich und nicht einprägsam. Das wurde aber gut kompensiert, dadurch, dass die Charaktere aus der Vergangenheit eben so interessant waren. 
So wird einem auf eine nicht belehrende Art und Weise die jüngste Geschichte des mittelamerikanischen Landes nähergebracht. Man bekommt Einblick in die damalige Gesellschaft, die Kaffeeplantagen und die Probleme, die all das mit sich brachte. Obwohl es sich hier um ein Jugendbuch handelt, hat die Autorin nicht beschönigt und eine feine Gesellschaftskritik untergebracht, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. 
Viel mehr bleibt auch nicht zu sagen. Wie gesagt, das Buch ist sehr spannend, liest sich äußerst schnell, ist originell, hat ein sehr passendes Ende und – ein Punkt, der zwar nicht in die Bewertung eingeht, aber doch erwähnenswert ist – die Seitengestaltung war sehr schön anzusehen. Die Kapitelanfänge werden entweder mit einer Blüte oder einem Kolibri geschmückt. 
Einen kleinen Minuspunkt muss ich dann aber doch anmerken – meiner Meinung nach ist Laura Antoni die Verwendung der Jugendsprache etwas missglückt. Zum Beispiel sagt Julia an einer Stelle zu Isabell „Gimme Five!“ und ähnlichen merkwürdigen Formulierungen bin ich schon öfter begegnet. Natürlich kann ich nicht für alle Jugendlichen sprechen, aber zumindest in meiner Umgebung redet keiner so. Bei sowas wäre es mir dann doch lieber, die Autoren würde das erzwungene Hineinversetzen sein lassen und einfach ganz normale Alltagssprache verwenden. Aber das ist wirklich nur ein minimaler Faktor.
  

„Im Land der Kaffeeblüten“ ist ein sehr schönes Buch über die Geschichte eines Landes, über das man viel mehr wissen sollte. Dafür eignet sich dieser Roman wirklich perfekt, denn er ist nicht nur sehr angenehm zu lesen, sondern auch spannend und führt den Leser auf eine zum Träumen auferlegende Reise. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen.




Kommentare

  1. Hello to every one, the contents existing аt this web site are truly
    гemaгkable fоr people experience, ωell,
    keep up the nice woгk fellowѕ.

    Мy blοg: payday loans uk

    AntwortenLöschen
  2. Du kommst aus der Stadt meines Lieblingsfußballvereins :-) Aber ich komme vom Thema ab...die Thematik hört sich sehr interessant an. Beim nächsten Besuch eines Buchladens muss ich es mal näher unter die Lupe nehmen :-) Schöne Rezi! LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kannste mal sehen :D
      Ja, oder? :) Mach das unbedingt, das Buch ist wirklich schön. :) Danke!

      Löschen
  3. Huhu! :)

    Toll, dass dir das Büchlein so gut gefallen hat! Ich finde deine Rezension übrigens sehr schön und würde sie gerne bei meiner eigenen, bald erscheinenden Rezi verlinken, damit sich meine Leser auch andere Eindrücke holen können. Wäre das in Ordnung für dich? Im Moment bin ich selbst noch mitten im Geschehen des Buches und sehr begeistert! Die Geschichte der Vergangenheit reizt mich ganz besonders. :)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kannst du gerne machen, danke fürs Bescheidsagen! :)

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Behind The Screens] Goodbye, Mai

Seit langem schon verfolge ich auf diversen Blogs die Behind The Screens-Beiträge - ins Leben gerufen von Annabelle von Stehlblueten und Philip von Book Walk und momentan übernommen von meiner lieben Bücherkrähe / Mareike.  Weil ich so unregelmäßig blogge, hat es sich bislang nie angeboten, mitzumachen - heute habe ich aber spontan Lust bekommen und schaue einfach mal, ob ich das ab und an beibehalte oder es bei diesem einen Mal bleibt. Im Grunde geht es darum, von seiner Woche zu berichten und sich dafür an ein paar Fragen entlangzuhangeln. 
Wie war deine Woche? 
In Sachen Blog relativ produktiv, aber das, was ich eigentlich tun sollte - die Bücher für meine Masterarbeit durcharbeiten - habe ich nicht gemacht. Ich bin total raus aus meinem Trott und sollte mir wieder angewöhnen, in der Woche täglich in die Unibibliothek zu fahren. Zu Hause mache ich ja doch nichts. 
Außerdem hatte ich diese Woche meinen 24. Geburtstag und freue mich schon darauf, euch im Monatsrückblick meine neuen …

[Rezension] "George" - Alex Gino

George - Alex Gino - Fischer KJB - 208 S. - 978-3-7373-4032-8
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen. via
„George“ müsste eigentlich „Melissa“ heißen. Denn das ist der Name, den George für sich am schönsten findet – drückt er doch aus, dass sie ein Mädchen und kein Junge ist, wie alle zu wissen meinen. George geht in die Grundschule und fühlt si…