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Rezension: "Der letzte Harem" - Peter Prange

Titel: Der letzte Harem
Originaltitel: 
Autor: Peter Prange
Verlag: Knaur 
Seitenzahl: 576
Preis: 6€
Reihe: -

Zwei Frauen zwischen Orient und Okzident Konstantinopel 1909: In der verborgenen Welt des Harems träumen die Freundinnen Fatima und Eliza von ihrer Zukunft. Während die eine alles daransetzt, zur Favoritin des Sultans aufzusteigen, sehnt sich die andere nach der Welt jenseits der Palastmauern, nach Liebe und Freiheit. Dann aber zerfällt das Osmanische Reich, der Harem wird aufgelöst, und die beiden jungen Frauen geraten in eine Welt, in der ihre Träume zu Alpträumen werden und sogar der letzte Halt zu zerbrechen droht, der ihnen noch geblieben ist: ihre Freundschaft.. via

Nachdem ich „Himmelsdiebe“ von Peter Prange schon sehr gemocht habe, musste ich mir auch seine anderen Bücher ansehen. „Der letzte Harem“ klang für mich dabei besonders interessant und ich wurde nicht enttäuscht. Der Autor weiß einfach, wie man Romane schreibt. 

Auch diesmal hat mir sein Schreibstil wieder sehr gut gefallen. Die Beschreibungen sind bildlich, authentisch und dabei auch nicht selten brutal. Das kann man aber nicht vermeiden, wenn man geschichtliche Ereignisse möglichst wahrheitsgetreu darstellen will. Wobei man hier auf keine reine Faktengeschichte hoffen sollte, denn Prange passt die Ereignisse seinem Roman an, nicht umgekehrt. Dennoch werden viele Personen erwähnt, die es wirklich gegeben hat, was ich nichtsdestotrotz sehr lehrreich fand, ohne, dass ich das Gefühl hatte, belehrt zu werden. Wen also der Umbruch vom Osmanischen Reich zur türkischen Republik interessiert, der sollte sich dieses Buch merken. 

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die mir von Anfang an sympathisch waren, zu denen ich aber keinen sehr großen Bezug aufbauen konnte. Doch das scheint mir typisch für Pranges Romane zu sein. Es herrscht immer eine gewisse Distanz zu den Charakteren, man hat zwar Einblick in ihr Innenleben, aber dieser ist, wie gesagt, eher distanziert. Für mich war das nicht weiter schlimm, weil ich die Lebensgeschichte, das ganze Drumherum und die Handlung interessant und spannend genug fand, um dranzubleiben und es hat sich ja auch gelohnt. Besonders schön fand ich auch die Darstellung des Harems und der Denkweise der damaligen Frauen. Herr Prange hat es geschafft, den Zeitgeist einzufangen und die Schnittpunkte von Orient und Okzident authentisch darzustellen.

„Der letzte Harem“ war für mich eine schöne und spannende Lektüre. Man sollte aber ein gewisses Interesse an dem Ende des Osmanischen Reichs und dem Anfang der türkischen Republik mitbringen. Wenn das gegeben ist, wird das Buch sicher vielen gefallen, denn an einem schönen Schreibstil, Authentizität und Spannung mangelt es nicht. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.




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