3/25/2013

Entdeckt: Lenas Tagebuch - Lena Muchina

Titel: Lenas Tagebuch
Autor: Lena Muchina
Verlag: Graf Verlag
Seitenzahl: 384
Preis: 18€
Reihe: -

Wer mich und meinen Blog ein bisschen kennt, wird wissen, dass ich eine Schwäche für russische Geschichte und vor allem für die Blockade Leningrads habe. Von daher könnt ihr euch vorstellen, wie hoch mein Herz plötzlich zu schlagen anfing, als ich dieses Buch nichtsahnend in der Buchhandlung zur Hand nahm und plötzlich las, dass es ein echtes Tagebuch eines Mädchens ist, das die Leningrader Blockade miterlebt hat. Ich bin Feuer und Flamme und weiß, dass ich dieses Buch ganz, ganz dringend lesen muss. 
Ein einzigartiges Dokument, das erst jetzt entdeckt und veröffentlicht wird: Das berührende, dabei unsentimentale Tagebuch eines sechzehnjährigen Mädchens, das die Belagerung von Leningrad überlebte. Eine russische Anne Frank. "Ich weiß selbst nicht, wie ich diese Zeilen schreiben kann. Aber mein Herz ist irgendwie wie aus Stein geworden. Ich habe gar keine Angst. Ob Aka stirbt oder nicht, ist mir egal. Wenn sie schon stirbt, dann soll sie es nach dem 1. tun, dann bekommen wir ihre Lebensmittelkarte. Wie bin ich nur herzlos." Lena ist bald sechzehn und interessiert sich für das, was alle junge Mädchen beschäftigt: Wie kann sie das Herz von Wowka, dem Jungen aus ihrer Klasse, gewinnen? Wie schummelt man sich durch die Geometrie-Prüfung? Wann hat ihre Freundin Tamara Zeit, mit ihr ins Kino gehen? In politisch brisanter Zeit beginnt Lena ihr Tagebuch: rund einen Monat, bevor die Wehr-macht Leningrad einkesselt, um die Zivilbevölkerung mit beispielloser Grausamkeit auszuhungern. Doch Lena lebt von einem Tag auf den anderen, blendet die ständige Gefahr aus. Die Situation wird immer dramatischer und bald gibt es nur noch den einzigen, alles beherrschenden Gedanken: etwas in den Magen zu bekommen, und sei es die Katze der Nachbarn… Mit klarer Sprache, intelligent und voll echter Emotion verschafft uns Lena Muchina einen einzigartigen Blick in eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. via
Ich freue mich auch deshalb, weil ich finde, dass viel zu wenig Literatur über die Belagerung existiert. Erst in diesem Semester habe ich ein Essay darüber geschrieben, den ich mit den Worten beendet habe, dass es viel mehr Literatur darüber zu lesen geben müsste, damit das Ereignis in der Gesellschaft tiefer verankert wird. Scheinbar wurde mein Wunsch erhört. :-) 
Wie sieht es bei euch aus, interessiert euch dieser Abschnitt der Geschichte? Würdet ihr das Tagebuch einer "russischen Anne Frank" lesen, oder ist das eher nichts für euch?


Kommentare:

  1. Puh, also ehrlich gesagt wäre das nichts für mich. Ich lese, um der Realität zu entfliehen würd ichs jetzt mal sagen. Da brauch ich nicht noch mehr schlimme, reale Dinge in Büchern x3

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    1. Kann ich verstehen :) Aber ich mag auch gerne Historisches mit einem wahren Kern, oder, wie in diesem Fall, komplett wahre Geschichten. Aber das ist sicher nicht jedermanns Sache :)

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  2. Für mich klingt das sehr interessant. Ich habe mich noch nie wirklich mit diesem Teil des zweiten Weltkriegs auseinandergesetzt. So ein Tagebuch kann einem bestimmt eine recht autentische, wenn auch subjektive Sicht auf die Dinge vermitteln. Genau das macht "Das Tagebuch der Anne Frank" ja so lesenswert. Also ich wäre zumindest sehr an einer Rezi interessiert!
    Gibt es eigentlich einen speziellen Grund für dein Interesse? (Nur falls die frage nicht zu persönlich ist.)

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    1. Das freut mich! Genauso sehe ich das auch. Ich bin echt schon sehr gespannt. So wie es aussieht, folgt auch bald eine Rezension. :)

      Quatsch, die Frage ist nicht zu persönlich :) Es gibt aber eigentlich keinen speziellen Grund. Irgendwann in der 11. Klasse habe ich zum ersten Mal "Die Liebenden von Leningrad" gelesen, wonach es zu meinem Lieblingsbuch wurde. Kurze Zeit später haben wir in der Schule die Russische Revolution behandelt und ich war Feuer und Flamme, weil das Buch mich angestachelt hatte. Und seitdem belege ich in der Uni möglichst Seminare, die Osteuropa behandeln und lese furchtbar gerne Romane über die Zeit. :D Ich glaube, das gibt es bei jedem Geschichtsinteressierten (oder -studenten :D), dass jeder seine eigene "Nische" findet, und da ist irgendwie meine entstanden. :)

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    2. Stimmt, man 'muss' sich als Geschichtsstudent ja auch irgendeine Epoche o.ä. suchen, mit der man sich näher beschäftigt. Ich habe im Unterricht nie wirklich etwas über die Russische Revolution oder auch die Ereignisse später behandelt. Keine Ahnung, warum das an uns so vorbeigegangen ist. Umsomehr ein Grund sich privat mal mehr damit zu beschäftigen.

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    3. Es ist leider so, dass der Geschichtsunterricht bezüglich des Zweiten Weltkriegs meist nur die deutsche und jüdische Perspektive schildert. Die Leningrader Blockade z.B. geht da unter und wurde, zumindest in meinen Geschichtsbüchern von damals, nicht einmal erwähnt. :/ Die Russische Revolution hingegen wird eher behandelt, schade, dass es bei dir nicht der Fall war. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, mit welchem Buch du dich annähern willst, schau hier einfach mal unter dem Label "Russland", ich hab ja inzwischen so einige Romane rezensiert. :D

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