Direkt zum Hauptbereich

Rezension: "Amy on the Summer Road" von Morgan Matson

Titel: Amy on the Summer Road
Autor: Morgan Matson
Verlag: cbj
Seitenzahl: 480
Preis: 8,99€


Inhalt 
Seit dem Tod ihres Vaters hat sich Amy völlig zurückgezogen. Als ob nicht alles schlimm genug wäre, beschließt ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste zu ziehen, und Amy soll nachkommen … im Auto mit einem wildfremden Jungen! Amy ist verzweifelt. Doch dann steht Roger vor ihr – total süß und irgendwie sympathisch. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind sich einig: Amys Mom hat sich für den Trip die langweiligste aller Strecken ausgesucht! Und so begeben sie sich kurzerhand auf eine eigene, wilde Reise kreuz und quer durch die Staaten. Und während Amy noch mit ihrer Vergangenheit kämpft, merkt sie, wie sehr sie diesen Jungen mag ... via

Meine Meinung 
Von „Amy on the Summer Road“ hatte ich eigentlich nur Gutes gehört. Und auch bevor ich es gelesen hatte, war ich mir dessen sicher, dass es meine Sommerlektüre 2012 werden würde. Meine Vermutung hat sich glücklicherweise bestätigt. 
Roadtrips sind, sollte man meinen, eine einfache Thematik für einen Roman. Schließlich kann man die verschiedensten Charaktere einbauen, denen die Protagonisten begegnen können, und muss sie nach dem Weiterfahren nicht wieder auftauchen lassen, vielleicht noch ein paar Mal erwähnen. 
Dennoch weiß ich spätestens seit „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, dass man Roadtrips zu etwas ganz besonderem machen kann, was auch bei „Amy on the Summer Road“ eindeutig der Fall war. 
Ob es nun klischeebehaftet ist, dass Amy kurz vorher einen Schicksalsschlag erlitten hat und sich in ihren Mitfahrer Roger verliebt, sei außer Acht gelassen, denn Konstellationen wiederholen sich nun einmal und es liegt beim Autor, daraus trotzdem etwas Originelles zu schaffen. Morgan Matson ist das gelungen. 
Ich war begeistert von der Einfühlsamkeit und der Detailtreue ihres Schreibstils. Zum Beispiel wird der Tonfall beschrieben, in dem Roger den Namen seiner Ex-Freundin ausspricht. 
Die Geschichte wird langsam erzählt, man erfährt nach und nach mehr über das, was Amy wiederfahren ist, worin auch die Spannung liegt. Man ahnt zwar, was passiert ist, doch man liest begierig weiter, um das Geschehen von Amy ausgesprochen zu erfahren. Für Action-Fans mag das langweilig sein, doch ich fand es furchtbar spannend, auch, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Denn auch wenn die Reise kurz ist, legt vor allem Amy eine beachtliche Entwicklung zurück, indem sie lernt, sich wieder zu öffnen, Gefühle zu zeigen und sich Dinge von der Seele zu reden. Dass dieser Prozess lange Zeit beansprucht, hat den Roman für mich sehr authentisch erscheinen lassen. Zum einen hat das die Authentizität gefördert, zum anderen aber auch die abgedruckten Kassenbons, Hotelbuchungen, Landkarten, aber auch Fotos. Es ist, als würde man Amy und Roger wirklich begleiten. 
Abgesehen davon, dass Charaktere und Schreibstil mich völlig überzeugt haben, hat mir auch die Handlung gut gefallen. Wo die beiden hinfahren, welchen Menschen sie begegnen, was sie erleben und nicht zuletzt, wie sich die beiden näher kommen. Auch jenen, die keinen Kitsch abkönnen, würde ich den Roman ans Herz legen, weil sich die Beziehung wirklich sehr langsam entwickelt und es am Ende auch nicht unrealistisch wird, obwohl man von Anfang an weiß, worauf es hinauslaufen wird. Zugegeben, diese Vorhersehbarkeit könnte einige stören, doch die Spannung liegt nicht darin, was passieren wird, sondern darin, wie es passieren wird. 

Fazit
„Amy on the Summer Road“ ist in der Tat die perfekte Sommerlektüre, doch sie ist nicht kitschig oder unrealistisch. Im Gegenteil, Morgan Matson hat hier einen sehr authentischen und einfühlsamen Roman geschaffen. Wenn man keine große Spannung erwartet, sondern nur zwei junge Menschen auf der Bewältigung einer kleinen Autoreise und einer großen persönlichen Reise begleiten will, ist das Buch perfekt geeignet. Gemessen an anderen Gegenwartsromanen der Jugendliteratur kann ich nicht anders, als diesem Buch 5 von 5 Punkten zu geben. 
Und jetzt habe ich Lust auf einen Roadtrip. 


Kommentare

  1. Hey, wiedermal ne super Rezi.Ich bin auch gerade auf der Suche nach leichten Sommerlektüren, da hört sich dieses Buch hier doch sehr gut an... :)

    Wir starten auch gerade einen Blog rund ums Lesen.
    Freuen uns sehr über Kommentare und Leser ;)

    http://buchlabyrinth.blogspot.de/

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Behind The Screens] Goodbye, Mai

Seit langem schon verfolge ich auf diversen Blogs die Behind The Screens-Beiträge - ins Leben gerufen von Annabelle von Stehlblueten und Philip von Book Walk und momentan übernommen von meiner lieben Bücherkrähe / Mareike.  Weil ich so unregelmäßig blogge, hat es sich bislang nie angeboten, mitzumachen - heute habe ich aber spontan Lust bekommen und schaue einfach mal, ob ich das ab und an beibehalte oder es bei diesem einen Mal bleibt. Im Grunde geht es darum, von seiner Woche zu berichten und sich dafür an ein paar Fragen entlangzuhangeln. 
Wie war deine Woche? 
In Sachen Blog relativ produktiv, aber das, was ich eigentlich tun sollte - die Bücher für meine Masterarbeit durcharbeiten - habe ich nicht gemacht. Ich bin total raus aus meinem Trott und sollte mir wieder angewöhnen, in der Woche täglich in die Unibibliothek zu fahren. Zu Hause mache ich ja doch nichts. 
Außerdem hatte ich diese Woche meinen 24. Geburtstag und freue mich schon darauf, euch im Monatsrückblick meine neuen …

[Rezension] "George" - Alex Gino

George - Alex Gino - Fischer KJB - 208 S. - 978-3-7373-4032-8
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen. via
„George“ müsste eigentlich „Melissa“ heißen. Denn das ist der Name, den George für sich am schönsten findet – drückt er doch aus, dass sie ein Mädchen und kein Junge ist, wie alle zu wissen meinen. George geht in die Grundschule und fühlt si…