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Rezension: "Göttlich verloren" - Josephine Angelini


Titel: Göttlich verloren (Göttlich #2)
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Seitenzahl: 576
Preis: 19,95€

Vielen Dank an den Dressler Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Inhalt 
Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich! via


Meine Meinung 
Wie ihr hier lesen könnt, hat der erste Band dieser Reihe, „Göttlich verbannt“, mich schon sehr überzeugen können. Deshalb war ich natürlich sehr gespannt auf die Fortsetzung, hatte jedoch ein paar Bedenken, dass ich mich nicht mehr an alles aus Band 1 erinnern würde. Diese Bedenken waren jedoch nicht berechtigt, da ein Glossar am Ende des Buches und kleine Erinnerungssprünge am Anfang des Buches aus Helens Sicht das Erinnern ganz schnell wieder ermöglichen. Auch dass das zweite Buch zeitlich an das erste anknüpft, macht das Weiterlesen sehr angenehm, sodass ich wieder richtig im Fieber war und kaum aufhören konnte, zu lesen – wie schon beim ersten Band. 
Müsste ich dieses Buch beschreiben, würde ich rasant sagen. Es ist sehr spannend, von Helens Erlebnissen in der Unterwelt zu lesen und die neuen Personen und Götter kennenzulernen. Dass Letztere langsam, aber sicher auftauchten, hat mir besonders gut gefallen, da die griechischen Götter somit nicht nur zur Sprache kommen, sondern auch ein Teil der Handlung werden. Da die Einbringung der Mythologie ein großer Grund ist, weshalb mir diese Trilogie bisher so zusagt, war ich sehr gespannt auf das Auftauchen der Götter und im Großen und Ganzen hat Josephine Angelini das meiner Meinung nach auch gut umgesetzt. An manchen Stellen hatte ich zwar fast das Gefühl, dass die Unterwelt und die Götter zu „normal“ und „leichtfüßig“ beschrieben wurden und habe mir das damit zu erklären versucht, dass Helen schon eine so große Gewohnheit entwickelt hat, doch ich hatte das Gefühl, dass die Mystik darunter ein bisschen zu leiden hatte. Außerdem erschien mir Helens Schicksal teilweise schon fast zu dunkel – alle um sie herum sind glücklich und verliebt, während sie nächtlich in der Unterwelt versucht, die Welt der Scions zu verbessern, dabei körperlich immer mehr daran leidet und sich auch noch von ihrer ehemaligen Liebe und ihrem neu erkorenen Cousin fernhalten muss. 
Diese Aspekte klingen jedoch schwerwiegender, als sie sind. Abgesehen davon hat mir alles gut gefallen – die Werdegänge der Charaktere und die interessanten neuen Charaktere, der Verlauf der Handlung, das Ende – alles hat gepasst. 
Gepasst hat auch wieder einmal der Schreibstil, wie ich finde. Josephine Angelini schreibt nicht außergewöhnlich, aber sehr flüssig und durchdacht. Kein Wort und keine Szene ist zu viel, überflüssig oder langgezogen. 
Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige die entstehende Dreiecksbeziehung zwischen Helen, Lucas und Orion stören könnte, mir ist es aber nicht negativ aufgefallen, da alle Handlungen zwischen den Dreien sehr realistisch gehalten waren. 

Fazit 
Wie ihr seht, hat mir auch der zweite Band der „Göttlich“-Trilogie sehr gut gefallen. Kleine Schwächen sind mir zwar aufgefallen, haben mich und den Lesegenuss aber nicht weiter gestört. „Göttlich verloren“ ist eine wirklich gelungene Fortsetzung und lässt einen ganz schön missmutig zurück, weil erst nächstes Jahr der letzte Band erscheint. 
Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch den zweiten verschlingen! Sofern ihr euch mit dieser Reihe noch nicht vertraut gemacht habt, kann ich euch dies nur ans Herz legen, denn es lohnt sich. Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

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