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Rezension: "Freak City" - Kathrin Schrocke


Titel: Freak City
Autor: Kathrin Schrocke
Verlag: Bibliographisches Institut
Seitenzahl: 203
Preis: 13,90€

Inhalt
Lea ist hübsch, temperamentvoll - und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht ihn das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne sofort in ihren Bann. So sehr, dass er beschließt, einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde sind skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen eine völlig andere ist als seine. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Exfreundin, über die er nie ganz hinweggekommen ist. Doch Lea hat sich schon in sein Herz geschlichen. via

Meine Meinung
Bei diesem Buch habe ich endgültig gemerkt, dass ich für manche Jugendbücher einfach nicht mehr das richtige Publikum darstelle. Ich versuche dennoch möglichst objektiv meine Meinung in Worte zu fassen. 
Zunächst einmal war es die Handlung, die mich davon überzeugt hat, dieses Buch zu lesen. Ich habe noch nie ein Buch über einen gehörlosen Menschen gelesen und mir gefällt es, wenn solche Thematiken in Romane verpackt werden, sodass sie informativ sind, aber nicht wie Lehrbücher erscheinen. Was das angeht, wurde ich nicht enttäuscht. Man erfährt, wie Gehörlose ihr Leben handhaben, wie sie sich verständigen und man erfährt, wie schwierig es ist, sich als Hörender darauf einzustellen. Durch den Protagonisten Mika wurde das sehr schön verdeutlicht. Er lernt Lea kennen und möchte sie ausführen, mit ihr ins Kino gehen – was aber bei Filmen ohne Untertitel eine Schnapsidee ist. Genauso wie sein Gedanke, ihr eine Mix-CD zu machen, bis er merkt, dass das auch nicht geht. Solche Momente gab es sehr viele im Buch, wodurch man auch selbst gemerkt hat, wie schwierig es sein kann, Gehörlose in den normalen Alltag einzubeziehen. Was aber sehr gut gelungen ist: Man hat kaum Mitleid mit Lea oder den anderen Gehörlosen, die Mika kennenlernt. Die haben ihr Leben so gut im Griff und verlieren nicht den Mut, selbst wenn es mal zu Missverständnissen kommt. Im Gegenteil, Leas Charakter ist sehr lebensfroh, sehr temperamentvoll und stark. Womit wir aber auch bei meiner Kritik wären. 
Die Charaktere waren durchaus interessant, aber für meinen Geschmack viel zu einfach gestrickt. Mika als Protagonist wirkte noch am authentischsten, doch leider hatte ich teilweise das Gefühl, dass die Autorin bei ihm ein wenig auf Teufel komm raus einen typischen 15-Jährigen darstellen wollte. Er hat eine Passivität an sich, die ich schon oft bei Jugendlichen in dem Alter bemerkt habe, aber teilweise wurde das meiner Meinung nach übertrieben dargestellt. Die anderen Charaktere hatten nicht die nötige Tiefe. Sandra ist die hinterhältige Ex-Freundin, Lea die tolle neue Bekanntschaft. Natürlich wurde Sandra nicht nur schlecht und Lea nicht nur gut dargestellt, aber am Ende hatte ich dennoch das Gefühl, dass diese Einteilungen stattgefunden hatten. 
Mit dem Rest des Romans konnte ich mich aber gut anfreunden. Der Schreibstil ist einfach, aber passend zum Thema und ließ sich sehr schnell lesen. Der Verlauf war vorhersehbar, wobei die Autorin das sehr geschickt gemacht hat, weil ich trotzdem immer wieder zweifelte, ob nun das passieren würde oder doch etwas anderes. 

Fazit
Als „junge Erwachsene“ konnte mich das Buch nicht so sehr begeistern. Es ist im Grunde eine schöne Lektüre mit einer interessanten Thematik und sicher hätte mir das Buch vor 3 oder 4 Jahren viel besser gefallen. Daher empfehle ich es an erster Stelle einem 12- bis 16-jährigen Publikum, es sei denn, ihr habt Lust auf eine kurze und leichte Lektüre, die bis auf die angesprochene Thematik nicht besonders in die Tiefe geht. 
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Kommentare

  1. Hmm das Buch wäre dann wohl auch nichts für mich, obwohl die Thematik sehr interessant klingt. Wenn der Rest aber mehr Mittelmaß und besser für jüngere Leser geeignet ist, werde ich wohl die Finger davon lassen und stattdessen nach einem Buch Ausschau halten, das ein ähnliches Thema behandelt, aber eher für ältere Leser konzipiert ist.
    Trotzdem eine sehr interessante & gute Rezension :)

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  2. Die Rezension klingt wirklich gut. Allerdings merke ich auch immer mehr, das mich Jugendbücher eher ansprechen, wenn Charaktere gut konzipiert sind und Tiefgang besitzen. Aber die Thematik an sich klingt sehr interessant.

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  3. Huch! Ich war ja noch gar nicht Leserin bei dir, oder ist der Blog neu? :O Sieht jedenfalls toll aus bei dir! *-*
    Super Rezension, das Buch hört sich interessant an, also vom Klappentext her. Schade, dass es dich nicht so angesprochen hat. Ich glaube, ich werde es auch nicht lesen.^^
    Spanisch ♥ Ja, sie sind auf Deutsch.^^ Aber die Geschichte spielt in Puerto Rico und die Autorin ist auch Spanierin. Ich höre zurzeit "Hasta que salga el sol" von Don Omar RAUF UND RUNTER! :D:D Meine ganze Familia ist schon genervt :D

    LG ♥
    Lydia

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  4. Woha!!! :D Das ist echt cool! Jap, ich auch. :) El Destino hab ich schon fertig, die Rezi kommt gleich.^^

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