2/25/2012

Rezension: "Virtuosity - Liebe um jeden Preis" - Jessica Martinez

Titel: Virtuosity - Liebe um jeden Preis
Autor: Jessica Martinez
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Seitenzahl: 256
Preis: 12,99€

Ein großes Dankeschön geht an den Verlag Bastei Lübbe und das Blogg dein Buch-Team für dieses Rezensionsexemplar!

Inhalt 
Die siebzehnjährige Carmen ist ein Star. Sie tourt mir ihrer Geige durch die Welt und spielt überall vor ausverkauften Konzertsälen. Doch die Konkurrenz ist hart. Beim Guarneri-Wettbewerb treten Jungstars aus den verschiedensten Ländern gegeneinander an - und nur der Sieg zählt. Carmen steht unter Druck, den sie nur noch mit Tabletten in den Griff bekommt. Doch dann lernt sie Jeremy kennen, ihren ärgsten Konkurrenten um den Sieg. Und obwohl Carmen weiß, dass sie sich vor ihm in Acht nehmen sollte, fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Für Carmen ist die Zeit gekommen, sich zu entscheiden: Setzt sie auf Sieg oder auf die Liebe ... via

Meine Meinung
Eigentlich versteht es sich von selbst, dass ich dieses Buch, das meine beiden Leidenschaften, Literatur und Musik, verbindet, lesen musste. Ich war sehr gespannt auf die Umsetzung und wurde nicht enttäuscht.
Virtuosity spielt in unserer Zeit und entführt dennoch in eine komplett neue Welt. In die Welt der klassischen Musik, in die Welt der sogenannten Wunderkinder, in diesem Fall Geiger. Privater Schulunterricht, tägliches stundenlanges Üben und der Druck, Stücke, die bereits von Millionen von Menschen gespielt wurden, noch besser zu spielen. Diese Welt ist für mich genauso unbekannt, wie es irgendeine fiktive Welt wäre, aber sie existiert. Umso aufregender ist es, einen Einblick in diese Welt zu bekommen, was Jessica Martinez meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt hat. 
Die Handlung umfasst nur einen kurzen Zeitraum, die letzten Wochen vor dem Guarneri-Wettbewerb. Trotzdem lernt man die Protagonistin Carmen sehr gut kennen und kann sich gut in ihre Lage hineinversetzen, auch, was ihre Tabletten-"Sucht" angeht. Ich konnte ihre Handlungen allesamt nachvollziehen und war fasziniert, wie sehr mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hat. Das hatte nicht wenig mit Carmens Konkurrenten Jeremy King zu tun. Dieser ist nämlich bis zum letzten Drittel des Buches ein einziges Geheimnis, was zusätzlich die Spannung aufbaute. Auch die anderen Charaktere, zum Beispiel Carmens Mutter Diana und ihr Stiefvater Clark, haben mir sehr gut gefallen. Clark habe ich direkt ins Herz geschlossen. Bei Diana war das Gegenteil der Fall, aber ihre Beweggründe waren trotzdem nachvollziehbar. An den Charakteren hat mich einzig und allein ein bisschen gestört, dass Carmen so überzeugt von sich als Geigerin war, aber trotzdem so unsicher und unselbstbewusst war. Außerdem hatte ich teilweise das Gefühl, dass Carmen nur für ihre Umwelt geigt, und nicht für sich, was aber eigentlich nicht der Fall ist, denn auch sie liebt die Musik. Das sind aber nur Kleinigkeiten, die nicht oft auffielen. 
Was manch einer vielleicht bemängeln mag, ist die schnell entstehende Beziehung zwischen Carmen und Jeremy. Mich hat das aber nicht gestört, da Carmens Gedanken zwar oft um Jeremy kreisten, das Wort Liebe aber nur sehr selten fiel. Demnach ist es anfangs keine richtige Beziehung, sondern eher Anziehung zwischen den beiden. An dieser Stelle muss ich den Titel aber nochmal kritisieren. Virtuosity klingt so toll, passt so gut. Wozu dieser blöde Untertitel, der alles kaputt macht und in den Kitsch zieht? Das hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, aber dafür kann die Autorin ja nichts.
Was mich positiv überrascht hat, ist der Schreibstil der Autorin. Ich hatte erwartet, dass dieses Buch mehr mit der Handlung als mit dem Schreibstil punktet, es war aber beides der Fall. Jessica Martinez schreibt bildlich und emotional, sodass sich die Seiten sehr flüssig lesen ließen. 
Zuletzt sei erwähnt, dass das Ende wirklich sehr gut gelöst ist. Es kam unvorhergesehen und überraschte mich dadurch umso positiver.

Fazit
Insgesamt hat Jessica Martinez mit Virtuosity ein sehr schönes, kleines Buch geschrieben. Ich empfehle es jedem, der die Musik liebt und in die Welt der Wunderkinder und des Drucks eintauchen möchte. 
Aufgrund der Punkte, die mich ein kleines bisschen gestört haben, vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.

"Ich nahm die Geige hoch und spielte die ersten Takte von Claire du Lune. Mondschein. Während ich spielte, ging ich zum Fenster hinüber und sah zum Mond auf. Es schien beinahe unfassbar, dass Claude Debussy vor über hundert Jahren in Frankreich in denselben Nachthimmel geblickt und diese Melodie gehört hatte, die von derselben glühenden Perle in demselben schwarzen Meer inspiriert worden war. "
(S.187)

Kommentare:

  1. Oh wow, du hattest echt ein Rezensionsexemplar hiervon bekommen können? Herzlichen Glückwusch! Dafür gab es doch so endlos viele Bewerber, oder?
    Klingt aber sehr interessant, es freut mich zu hören, dass dir das Buch gefallen hat, es ist inzwischen auch schon auf meiner Wunschliste und ich hoffe, dass ich demnächst mal werde lesen können. Bin schon gespannt. Das mit dem Schreibstil klingt ja sehr toll, ich liebe schön geschriebene Bücher (:

    Und zum Krimi: Kann ich verstehen. Ich war früher auch total der Fan, aber das Genre ist mir irgendwann auch einfach zu reißerisch geworden. Immer schlimmere und ekelhaftere Verbrechen, immer krassere Verfolgungsjagden - Hatte ich irgendwann keine Lust mehr drauf. Da war das neue Buch eine willkommene Abwechslung. Auch wenn es sicherlich nicht für jeden etwas ist. Eben sehr außergewöhnlich (:

    Und ach, danke für deine lieben Worte. Ja, ich hatte früher oft Schreibdepressionen, aber schon seit Monaten irgendwie nicht mehr. Warum auch immer. Aber na ja, muss ich durch, das wird schon wieder werden. Danke für deinen Zuspruch :')
    Ich hab inzwischen - warte, ich muss nachschauen - 261 A4 Seiten geschrieben, das sind etwa 60%, wenn ich es richtig schätze. Also vom ersten Teil. Soll ja eine Trilogie werden. Aber ich schreibe so verdammt langsam x'D
    Und hm, also ich poste es kapitelweise in einem Schreibforum, aber da sind wir auch erst auf Seite 150. Also so richtig komplett findet man es (noch) nirgendwo :']

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  2. Yeeeah, du hast mich schon wieder überzeugt, obwohl ich dieses Buch dann doch nicht soo dringend brauche. Dennoch - irgendwann will ich es definitiv lesen, weil mich vor allem dieser Druck sehr interessiert, was Musik betrifft und so.
    Wieder eine echt schöne Rezi :)

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  3. Aber ist doch sehr cool, dass du unter den wenigen Glücklichen warst! Klasse! *-* Weißt du schon, wofür du dich als nächstes bewirbst?

    "Cupido" habe ich leider noch nicht gelesen, aber schon einiges davon gehört. Generell lese ich aber auch nicht viele Krimis, zurzeit lese ich irgendwie einfach alle Genres wird durcheinander, weil ich mich einfach nicht auf eins festlegen kann. Aber so geht es ja auch (:

    Ach Mensch, danke :')

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  4. hört sich toll an! ich denke, das werd ich mir mal besorgen um es dann schön durchzuschmökern ♥

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  5. WOW :) Das Cover ist echt schön :D Danke für die Rezi!

    Ich bin gerade auf dein Blog gestoßen und habe ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und mich dazu entschlossen, regelmäßiger Leser zu werden.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du meinen Blog besuchen würdest und und ihn, wenn er dir gefällt, regelmäßig lesen würdest.

    Hier der Link zu meinem Blog:
    http://rozasleselieblinge.blogspot.com/


    Liebe Grüße
    Chrisy

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