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Rezension: "Der Pakt" - Gemma Malley

Seitenzahl: 301
Verlag: Bloomsbury
Inhalt
Anna ist Überschuss. Sie lebt in dem Heim »Grange Hall«, um die Sünde, die ihre Eltern begangen haben, indem sie sie zeugten, durch Fleiß und Disziplin wiedergutzumachen. Kinder zu bekommen ist laut dem Pakt von 2080 verboten. Doch Annas Eltern haben sich nicht daran gehalten. Deshalb hasst Anna sie und bemüht sich, eine nützliche Dienerin zu sein - das ist immer noch besser, als eingeschläfert zu werden. Dann kommt ein neuer Überschuss hinzu: Peter. Er ist anders - rebellisch und unerschrocken. Und er kennt Annas Eltern und Annas schmetterlingsförmiges Muttermal. Sie will nichts mit ihm zu tun haben, doch er ist hartnäckig, und Anna beginnt die Regeln infrage zu stellen. Es gelingt den beiden schließlich, aus »Grange Hall« zu flüchten. Doch die Fänger sind ihnen schnell auf den Fersen. via

Meine Meinung
Was wäre, wenn die Medizin ein Mittel hervorbringen würde, das das Sterben verhindert? Und was wäre, wenn im Zuge dessen der Zuwachs der Weltbevölkerung verboten werden würde und niemand mehr Kinder haben dürfte?

„Der Pakt“ ist ein Jugendbuch mit einer sehr erschreckenden Zukuntsversion. Die Menschheit hat es geschafft, ein Mittel gegen den Tod zu finden. Die inneren Organe bleiben gesund, sodass man so lange leben kann, wie man die Medikamente nimmt. Dadurch wurde der Kreislauf des Lebens unterbrochen – es sterben keine Alten mehr, damit es Platz für neue Menschen gibt. Deshalb ist es illegal, Kinder zu kriegen. Wer dagegen verstößt und entdeckt wird, kommt in Gefängnis und die Kinder gelten als Überschuss und kommen in Heime, in denen sie zu „Hilfskräften“, sprich Sklaven, ausgebildet werden.
Anna ist eine von diesen Überschüssigen und lebt in so einem Heim. Ihr größtes Ziel ist es, eine „wertvolle Arbeitskraft“ zu werden, um in einem möglichst guten Haushalt unterzukommen. Im Grunde ist sie zufrieden, denn die Kinder werden so erzogen, dass ihnen alles logisch erscheint, was ihre Erziehung anbelangt. Sie hasst ihre Eltern, sie sieht es ein, wenn sie zur Strafe verprügelt wird. Bis Peter ins Heim kommt und ihr die Augen öffnet.
Die Thematik hat mir unglaublich gut gefallen. Es gab viele Denkansätze, die mich teilweise sehr nachdenklich und baff gemacht haben.
Aber man hat dennoch gemerkt, dass es ein Jugendbuch ist. Der Schreibstil ist einfach und die Handlung mit den Personenkonstellationen gut überschaubar. Trotz der schweren Thematik ist es alles andere als kompliziert. Eigentlich ist das kein Minuspunkt, denn in die Altersgruppe, an die sich das Buch richtet, passt es sehr gut hinein. Trotzdem gibt es von mir aus diesem Grund einen Punkt Abzug, weil ich finde, dass man ein bisschen mehr hätte rausholen können.

Dennoch empfehle ich das Buch weiter. Ich hatte ein paar sehr schöne Lesestunden und bin jetzt um ein paar Zukunftsängste reicher. :) Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Kommentare

  1. das hört sich total spannend an ! und wie viel mühe du dir mit der rezension gegeben hast :)das buch werde ich mir gleich mal näher anschauen ♥

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  2. Das hört sich ja doch eigentlich ganz gut an. Auf der anderen Seite aber auch nach einer recht typischen Dystopie :S :S Hm, vielleicht find ich es mal in der Bibliothek :D

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  3. Ich find dieses Cover so schrecklich abschreckend, sonst hätte ich es mir sicherlich schon längst besorgt. Aber als ich in der Buchhandlung stand und kurz davor war dieses Buch zu greifen, hat mich dieses Cover echt verängstigt.
    Dank der Inhaltsangabe auf deinen Blog weiß ich jetzt endlich um was es geht.
    Klingt super spannend >.< vielleicht sollte ich es mir doch anschaffen

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  4. Hihihi jaa :D Also es ist für meine Spiegelreflex - digital also :)

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