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Rezension: Delphine de Vigan - No & ich

Da Mr. Peteback mit der letzten Buchrezension so unzufrieden war, gestalte ich sie heute mal (hoffentlich) nach seinen Ansprüchen. ;)
Heute stell ich euch also das Buch "No & ich" von Delphine de Vigan vor, das ich gestern Abend durchgelesen habe.


Allgemeines:

Titel: No & ich

Autor: Delphine de Vigan

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Knaur TB (12. Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426501589
Originaltitel: No et Moi


Inhalt:

Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen um sich herum und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, die jeden Tag um ein Essen und einen Schlafplatz kämpfenmuss. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt ...

Nun zu meiner Meinung.

Ich hab das Buch schon eine ganze Weile hier und hatte nie ganz so viel Lust es zu lesen, warum auch immer. Zum Glück hab ich es dann doch angefangen, ich konnte nämlich nicht mehr aufhören.
Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Nicht so.. pseudo-intellektuell wie viele andere Bücher der heutigen Zeit, es sind einfach die Gedanken eines Mädchens, das sich mit der Welt, wie sie ist, nicht arrangieren möchte. Lou hat es selbst im Leben nicht einfach und trotzdem hat sie so viel Mitgefühl übrig für die ganzen Obdachlosen in Paris.

Und genau das ist einer der Gründe, warum ich glaube, dass dieses Buch vielen gefallen würde.
Wer von uns ist nicht schon an Obdachlosen vorbeigegangen, die ein bisschen Kleingeld von uns haben wollten, um überleben zu können?
Meine Eltern sagten mir als ich klein war immer "Die geben das eh nur für Alkohol aus.". Möglich. Wahrscheinlich tun das auch wirklich viele, aber dahinter steckt immer eine Geschichte. Eine, die es Wert ist, gehört zu werden. Und genau diese will Lou hören - von No, die auf der Straße lebt.
Der Verlauf des Buches scheint fast ein bisschen surreal, als Lou es tatsächlich schafft, ihre Eltern zu überreden, dass No ein bisschen bei ihnen bleiben darf. Doch ich habe darüber nachgedacht, dass es unrealistisch erscheint und genau das ist traurig - dass einem etwas unrealistisch erscheint, was eigentlich selbstverständlich sein sollte - Menschlichkeit.
Deshalb gebe ich dem Buch keinen Abzug dafür. Und für sonst auch nichts.
Der Roman ist durchgehend spannend, nie zu lang, die Kapitel sind kurz und lassen sich sehr schnell lesen, das Ende ist.. passend und der Schreibstil sowieso. Aber mehr verrate ich euch nicht.
Ich verspreche euch, dass euch das Buch zum Nachdenken anregen wird.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. :)

Kommentare

  1. Ach, mit der Rezension hast du mich nur noch mehr davon überzeugt, dass ich mir das Buch kaufen werde. Nachdenkliche, "echte" (wegen des Stils und soo) Bücher find ich einfach wunderbar und lese ich in letzter Zeit auch sehr häufig. Vielen Dank.
    Ich finde die Rezension übrigens sehr gut organisiert :)

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  2. Das Buch hab ich auch gelesen (:
    schöner Blog überigens!

    http://bistdumeinheld.blogspot.com/

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